Smartphone und Kaffeetasse iStock/anyaberkut

Wie kann ich Gesundheits-Apps sicher nutzen?

In Gesundheits-Apps werden sensible Daten hinterlegt. Daher ist das Thema Datenschutz hier besonders wichtig. Mit diesen neun Tipps können Sie die Gefahr verringern, dass Ihre Gesundheitsinformationen in falsche Hände geraten

1. Zugriffsrechte prüfen

Wenn eine App Ihre persönlichen Daten abfragt, sollten folgende Eigenschaften gewährleistet sein:

  • Die App fordert nur genau jene persönlichen Daten ein, die für ihre Funktionalität tatsächlich wichtig sind. Es gibt zum Beispiel keinen Grund, warum eine Fitness-App auf Ihr Adressbuch zugreifen sollte.
  • Überprüfen Sie, auf welche Dienste eine App zugreifen will, und schränken Sie diese in den Einstellungen Ihres Smartphones gegebenenfalls ein.
  • Zugriffsberechtigungen auf Funktionen des Smartphones oder Tablets (z.B. auf die Standortfreigabe mittels GPS oder auf den Kalender) werden nur angefordert, wenn die App ansonsten nicht benutzt werden könnte.
  • Die App bietet die Möglichkeit, dass erhobene und gespeicherte Daten wieder gelöscht werden können. Da meistens ein vollständiges Löschen der Daten nicht möglich ist, sollten Sie immer genau überlegen, welche Daten Sie preisgeben.

Die Seite www.mobilsicher.de, ein Projekt des Vereins iRights e.V., bietet dazu viele wertvolle Tipps.

2. Kompetenz nutzen

Fragen Sie bei medizinischen Fachverbänden nach, welche Apps sich bei bestimmten Krankheiten bewährt haben, welche die Verbände empfehlen oder ob sie eigene Anwendungen entwickelt haben.

3. Gütesiegel beachten

Noch gibt es kein bundesweit einheitliches Gütesiegel, das die Qualität von Apps bewertet. Im Zuge der Einführung von Apps auf Rezept wird dies aber wohl bald nachgeholt. Bis dahin bieten das TÜV-Siegel "Trusted App" oder das Siegel des TÜV Rheinland Orientierung.

4. Updates machen

Halten Sie alle Ihre technischen Geräte auf dem neuesten Stand, um das Risiko für Sicherheitslücken zu senken. Wenn Ihr Smartphone Sie auffordert, das Betriebssystem zu aktualisieren, sollten Sie dem bald nachkommen.

5. Codes verwenden

Sichern Sie Ihre Geräte mit einem Code oder Passwort, damit nur Sie auf Ihre Apps und Anwendungen zugreifen können. Auf den meisten Geräten finden Sie diese Möglichkeit unter "Einstellungen".

6. Gesundes Misstrauen

Die Qualität von Gesundheits-Apps schwankt stark, längst nicht immer sind Mediziner an der Entwicklung beteiligt. Skepsis ist vor allem dann angebracht, wenn Apps zur Diagnose von Krankheiten beitragen sollen.

7. "Kostenlos" ist relativ

Im Internet gibt es wenig umsonst. Wenn eine App den Nutzer nichts kostet, muss man davon ausgehen, dass die Macher ihr Geld anderweitig verdienen – etwa durch den Verkauf von Daten.

8. Datenverkehr analysieren

Wer technisch versiert ist, kann auswerten, welche Informationen eine App weitergibt. Eine Anleitung finden Sie auf www.heise.de.

9. Datenschutzerklärung überprüfen

Lesen Sie in der Datenschutzerklärung nach, wie mit Ihren Daten umgegangen wird. Diese Erklärung sollte immer ...

  • ... leicht auffindbar und einsehbar sein. Sie finden Sie zum Beispiel direkt in der App, auf der Website oder an der Stelle, an der die App zum Herunterladen bereitsteht.
  • ... über Art und Umfang informieren, wie Daten erhoben werden, wie damit umgegangen wird – und ob sie an Dritte weitergegeben werden.
  • ... angeben, wo (in welchem Land) und wie (verschlüsselt/anonymisiert) Ihre Daten gespeichert werden.
  • ... deutlich machen, ob und wie Sie der Speicherung von Daten widersprechen können: also per E-Mail oder auf dem Postweg.

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