Drohne mit Erste-Hilfe-Paket Shutterstock/Andy Dean Photography

Vorteil Drohne: Kommt der Defibrillator bald geflogen?

2 Min. Lesezeit

In einem Pilotprojekt bringen Drohnen automatisierte Defibrillatoren an den Unfallort. Die Idee kommt aus den USA

In der Praxis könnte eine digitalisierte Rettung so aussehen: Bei einem Notruf alarmiert die Rettungsleitstelle per Smartphone-App eine medizinisch geschulte Person in Unfallnähe, diese wird per App zum Unfallort dirigiert. Gleichzeitig wird von einem zentral gelegenen Drohnenport eine Drohne abgerufen, die einen Defibrillator auf direktem Weg zum Einsatzort fliegt. Das lebensrettende Gerät muss nicht mit dem Notarztwagen angeliefert werde, was bei hohem Verkehrsaufkommen oder in Flächenregionen lebensrettende Minuten sparen soll.

Ein Pilotprojekt der Universitätsmedizin Greifswald und der DRF Luftrettung will die Vorteile dieser Transportmethode aufzeigen. Vorläufer des Projekts ist eine Studie aus den USA, die für Testpersonen einen Zeitgewinn von bis zu drei Minuten gegenüber der Suche nach einem stationären Defibrillator in der Unfallumgebung ermitteln konnte.

Zwar verfügt Deutschland über ein Netz stationär angebrachter Defibrillatoren im öffentlichen Raum, etwa in Geschäften und Betrieben, diese seien aber "oft nicht strategisch verteilt und ebenso oft nicht 24/7 verfügbar, sondern beispielsweise an Öffnungszeiten gekoppelt", erläutert Dr. Mina Baumgarten von der Universitätsmedizin Greifswald, eine der Leiterinnen des Projekts. Und so könnten Drohnen besonders in weniger dicht besiedelten Regionen ohne stationär verfügbaren Defibrillator dafür Sorge tragen, dass Ersthelferinnen und Ersthelfer bei einem Herzstillstand schneller mit der Reanimation beginnen können.

In einem früheren Projekt erwies sich der Drohnentransport sogar schneller als der Transport per Rettungshubschrauber. Denkbar sei zudem, dass in Zukunft auch andere medizinische Geräte und Materialien per Drohnen transportiert werden können. Bis der Einsatz der Drohnen in der Regelversorgung erprobt wird, könne es allerdings noch ein bis anderthalb Jahre dauern, schätzt Dr. Baumgarten.

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