Illustration: weibliches Geschlechtsorgan mit Eierstöcke und Gebärmutter Stocksy/CactusCreativeStudio

Sicher verhüten mit Zyklus-Apps – geht das?

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3 Min. Lesezeit

Digitale Programme fürs Smartphone versprechen eine hormonfreie Verhütung, indem sie die fruchtbaren Tage der Frau mittels Daten vorhersagen. Wie sicher das ist

Das sollten Sie wissen
  • Die Verhütung per App bietet keine absolute Sicherheit
  • Zyklus-Apps können bei der Analyse des Zyklus und der Fruchtbarkeit hilfreich sein und zu einem besseren Körperbewusstsein führen
  • Voraussetzung: Alle messbaren Daten, körpereigene Signale und tagesaktuelle Besonderheiten werden präzise dokumentiert

Zugegeben, die Behauptung klingt verlockend: eine App, so sicher wie die "Pille". Verhütung, ganz einfach mit dem Smartphone. Ohne Hormone, total natürlich und modern. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Warum Verhütungs-Apps nicht sicher sein können

Unter den zahlreichen Gesundheits-Apps gibt es viele Angebote, die eine sichere Verhütung versprechen. Bei genauerer Betrachtung arbeiten die meisten Zyklus-Apps jedoch mit der Kalendermethode. Sie ist ebenso simpel wie unsicher: Anhand der Informationen aus früheren Zyklen lässt sich das fruchtbare Zeitfenster für den aktuellen Zyklus lediglich voraussagen.

Dass der Eisprung aber nicht immer am gleichen Tag stattfindet und die individuelle Zyklusdauer variieren kann, berücksichtigt die Kalendermethode nicht. Ebenso können Stress oder Krankheit die Dauer des Zyklus beeinflussen. Verhütungs-Apps dieser Art sollte man daher als reine Prognose-Werkzeuge bezeichnen, die keinerlei Sicherheit bieten. Besonders bei jungen Mädchen und Frauen, deren Zyklus noch unregelmäßig ist, besteht die Gefahr ungewollter Schwangerschaften.

Bedingt geeignet: Verhütungs-Apps nach der NFP-Methode

Die Fruchtbarkeit im aktuellen Zyklus lässt sich mit Apps, die auf der Methode der natürlichen Familienplanung (NFP) basieren, um einiges konkreter bestimmen. Hierbei muss jeden Morgen die Körpertemperatur gemessen, der Gebärmutterschleim kontrolliert und die Weite des Muttermundes bestimmt werden. Anhand dieser Daten berechnet der Algorithmus die fruchtbaren Tage.

Das NFP-Verfahren, das auch symptothermale Methode genannt wird, erfordert viel Disziplin und vor allem Erfahrung. Frauen müssen ihren Körper wirklich gut kennen, sehr genau und regelmäßig messen und das Verfahren richtig anwenden.

Verhütungs-Apps, die nach der Methode der natürlichen Familienplanung arbeiten, ersetzen hier zwar Stift, Papier und ein bisschen Rechenarbeit. Sie ersetzen aber niemals das eigene Mitdenken und sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie versorgt werden.

App-Kontrolle ist gut, zusätzliche Verhütung ist besser

Laut "pro familia" liegt der Pearl-Index der NFP-Methode bei 0,4 bis 2,3. Das bedeutet, von 1000 Frauen, die ein Jahr lang nach der symptothermalen Methode verhüten, werden bei korrekter Anwendung zwischen vier und 23 Frauen schwanger. Zum Vergleich: Die "Pille" hat einen Wert von 0,1 bis 0,9, die Hormonspirale 0,16 und die Verhütung mit Kondom 2 bis 12.

Hormonfreie Verhütung, und damit auch die Verhütung per Smartphone, bietet keine absolute Sicherheit. Daher ist ein zusätzliches Verhütungsmittel also angeraten.

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