Junger Mann recherchiert am Computer Stocksy United/Koen Meershoek

Wenig Vertrauen in digitale Corona-Nachrichten

1 Min. Lesezeit

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland glaubt, dass im Internet viel Falsches über die Corona-Pandemie steht. Die eigene Online-Kompetenz schätzen die meisten eher hoch ein

Forschende vom Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health (LWC DiPH) in Bremen haben hatten im Oktober 2020 bundesweit 1014 Internetnutzer:innen telefonisch zu ihrer Einstellung gegenüber digitalen Technologien für Gesundheitszwecke befragt. Dabei war auch der Umgang mit Online-Informationen zur Corona-Pandemie Thema.

Es zeigte sich, dass das Vertrauen in Meldungen aus dem Internet gering ist. 52 Prozent der Befragten glaubten, dass sie manchmal bis oft falsche Nachrichten zur Corona-Pandemie in den digitalen Medien finden. Über zwei Drittel gaben jedoch an, erfundene Nachrichten auch als solche zu erkennen. Die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts hatten 43 Prozent der Befragten installiert.

Skepsis gegenüber digitalen Medien

Der Grund der Skepsis gegenüber dem Wahrheitsgehalt digitaler Medien könnte eine Mischung aus richtigen und falschen Informationen zur Corona-Pandemie sein, "Infodemic" nennen die Autor:innen der Studie dieses Phänomen. Vor allem für Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz wäre es schwierig, "Fake News" als solche zu erkennen, so Hajo Zeeb, Sprecher des LWC DiPH.

Mehrheit sieht digitalen Wandel als Chance

Unter dem fehlenden Vertrauen gegenüber dem Wahrheitsgehalt digitaler Corona-News scheint die positive Einstellung zu digitalen Technologien für gesundheitsbezogene Zwecke allerdings nicht zu leiden. So glaubt die Mehrheit der Befragten, dass die Digitalisierung für Therapie und Gesundheitsversorgung (89 Prozent), die Gesundheitsförderung (69 Prozent) und die Aufrechterhaltung der Gesundheit künftig wichtig sein wird. 22 Prozent gaben zudem an, digitale Technologien für die Unterstützung körperlicher Aktivität bereits genutzt zu haben.

Die Befragung wurde von der Stiftung Bremer Wertpapierbörse finanziert; sie soll nach zwei Jahren wiederholt werden. Im LWC DiPH Bremen arbeiten Wissenschaftler:innen aus den Gesundheitswissenschaften, der Informatik, der Statistik, den Rechtswissenschaften, den Kommunikationswissenschaften, der Ethnologie und der Philosophie zusammen.


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Corona Forschung

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