Datenskandal bei Termingeber Ärzte Arzt istock/sefa ozel

Terminvermittler Doctolib soll sensible Daten weitergegeben haben

1 Min. Lesezeit

Das Berliner Unternehmen steht doppelt in der Kritik: Nach der Verleihung eines Negativpreises als "Datenkrake" gestand Doctolib nun, Informationen von Patient:innen an Facebook und Outbrain weitergegeben zu haben

Das Berliner Unternehmen Doctolib bietet über seine Plattform die Vermittlung von Terminen bei Ärzt:innen und Ärzten an. Für einen Vertrag mit Doctolib geben die Praxen den Zugriff auf die Stammdaten ihrer Patient:innen frei, die wiederum Sprechstundentermine bequem per Internet buchen können. Was grundsätzlich äußerst praktisch ist, wurde offenbar auf Kosten des Datenschutzes praktiziert.

Zwar verspricht das Unternehmen auf seiner Homepage, die Sicherheit und Geheimhaltung personenbezogener Daten habe oberste Priorität. Tatsächlich betreibt Doctolib aber scheinbar einigen Aufwand, um Zugriff auf den im Informationssystem einer Praxis gespeicherten Patientenstammdatensatz zu erhalten. Dies brachte dem Unternehmen kürzlich den BigBrotherAward in der Katgorie Gesundheit ein.

Den mutmaßlichen Grund für die Datensammelwut, den Verkauf von Daten an Dritte, bestreitet Doctolib. Laut einer Recherche des Onlineportals Mobilsicher soll Doctolib allerdings regelmäßig die von den Nutzer:innen ihrer App gewünschte Behandlung und den Versicherungsstatus an Facebook und die Empfehlungsplattform Outbrain weitergegeben hatte.

Konfrontiert mit den Rechercheergebnissen stoppte Doctolib laut Mobilsicher die kritisierte Datenweitergabe umgehend und erklärte, man habe damit lediglich den Erfolg der eigenen Marketing-Kampagnen messen wollen. Wenige Tage vorher hatte Doctolib noch angegeben, keine Daten für kommerzielle Marketingzwecke oder an kommerzielle Dritte weiterzugeben.

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Anmelden