Herzinfarkt Shutterstock/Tippa Patt

Telemedizinische Versorgung von Herzinfarktpatienten

Die Charité kooperiert mit der Krankenkasse Barmer bei einem Telemedizinprojekt. Menschen mit Herzinsuffizienz, die bei der Barmer versichert sind, können sich an ihren behandelnden Arzt oder an die Charité wenden, um an dem Programm teilzunehmen

Teilnehmer sollen nach einer Schulung in der Lage sein, selbstständig jeden Morgen Blutdruck und Gewicht zu messen, ein EKG abzuleiten und diese Werte per Tablet-Computer an das medizinische Personal im Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité zu übertragen. Die Messung soll dabei nicht länger als sieben Minuten dauern. Kommt es zu einer Verschlechterung der Werte, wird der behandelnde Arzt kontaktiert. Eine zu dem Projekt gehörige Studie kam zu dem Ergebnis, dass durch den Einsatz von Telemedizin bis zu 30 Prozent der Krankenhauseinweisungen vermieden werden und die Sterberate um 20 Prozent verringert werden könnte.

Bundesweit werden jährlich etwa 450.000 Menschen wegen Herzinfarkten in ein Krankenhaus eingewiesen. Vor allem Personen, die auf dem Land wohnen, könnten von der telemedizinischen Versorgung stark profitieren. Älteren Menschen würde es dann erspart bleiben, lange Wege zurückzulegen, um zu der nächsten Facharztpraxis zu gelangen. Die Krankenkassen können sich von dem Projekt finanzielle Einsparungen erhoffen. Professor Friedrich Köhler, der Leiter der Studie der Charité rechnet damit, dass Deutschlandweit 20 bis 30 auf telemedizinische Versorgung spezialisierte Zentren für eine flächendeckende Versorgung ausreichen würden.

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