Gesundheits-Apps wirken wie Placebos Getty Images/Guido Mieth

Studie: Gesundheits-Apps wirken wie Placebos

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Wer vor der Nutzung einer Gesundheits-App Informationen zur Wirkung erhält, kann mit mehr Therapieerfolg rechnen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie

Während der Placeboeffekt von Medikamenten seit Langem gründlich erforscht ist, war der digitale Placebo-Effekt fast unbekannt – bis jetzt. Für die im Fachmagazin JMIR mHealth & uHealth erschienene gemeinsame Studie der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin, der Universität Basel und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hatten die Wissenschaftler:innen die Wirkungserwartung einer Smartphone-App über 3 Wochen bei 132 gesunden Teilnehmer:innen untersucht.

Während eine Gruppe von Teilnehmern vor Nutzung der App Informationen darüber erhielt, dass eine Wirkung zu erwarten sei, erfuhr Gruppe 2 erst später davon. In Gruppe 3 wurde beides kombiniert und Gruppe 4 erhielt keine Informationen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination von Informationen zur Wirksamkeit vor und nach Nutzung von Smartphone-Apps die Wirkungserwartung und die Glaubwürdigkeit digitaler Gesund­heitsanwendungen nachhaltiger werden lassen. Das könne beispielsweise helfen, weniger Patienten zu verlieren, was eine große Herausforderung bei DiGAs darstelle, so Prof. Dr. Gunther Meinlschmidt, Forschungsleiter der Klinik für Psychosomatik am Universitätsspital und an der Universität Basel.

Gesundheits-Apps werden als digitale Gesundheitsanwendung (DiGa) von gesetzlichen Krankenkassen erstattet, wenn das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Anwendungen geprüft und freigegeben hat.

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