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Risikokapitalgeber investieren in mentale Gesundheit

1 Min. Lesezeit

Die Corona-Pandemie stellt die Menschen vor enorme Herausforderungen, auch das psychische Gleichgewicht ist in Gefahr. Start-ups wollen mit digitalen Angeboten helfen, Investoren wittern einen neuen Wachstumsmarkt

Wer sich wohlfühlt, leistet mehr. Diese banale Erkenntnis nutzen zunehmend auch Arbeitgeber:innen. Bei einer Umfrage des Internetmagazins Gründerszene unter den elf wertvollsten Start-ups in Deutschland gab mehr als die Hälfte an, ihren Mitarbeitenden die Kosten für einschlägige digitale Anwendungen zu erstatten.

Das überschaubare Investment in Meditations-Abos und Co. dürfte sich für die Unternehmen lohnen: "Mentale Gesundheit ist eng verbunden mit Produktivität", so Eckhardt Weber, Investor bei dem auf digitale Gesundheitsthemen spezialisierten VC-Fonds Heal Capital gegenüber Businessinsider. Bei Heal Capital haben sich besonders die privaten Krankenversicherer (PKV) mit Geld beteiligt. 

Viel Arbeit, wenig Sozialkontakte

Dass mentale Gesundheit als Thema boomt, hängt auch mit der Corona-Pandemie zusammen. Viele Menschen würden unter den Lockdowns leiden, sagte die Psychologin Dr. Dorota Reis kürzlich der Deutschen Presseagentur. Sie hat an der Universität Saarbrücken eine Studie zu dem Thema durchgeführt. Statt der gewohnten Abwechslung im Job und in der Freizeit gäbe es viel Arbeit ohne soziale Kontakte, urteilt  Reis.  

Bereich Gesundheitsvorsorge wächst

Seit 2020 wollen Start-ups und mit ihnen Risikokapitalgeber:innen verstärkt beim Thema mentale Gesundheit mitmischen. Auch der Berliner VC-Fonds Heal Capital ist dabei. Zwar sei man in Deutschland in der Entwicklung noch klar hinter den USA, doch der Bereich Prävention entstünde jetzt. "Irgendwann werden wir uns um unsere mentale Gesundheit genauso kümmern wie um unsere körperliche Fitness", so Investor Eckhardt Weber. 

Angebote von Yoga bis Rauchentwöhnung

Ein Beispiel ist die App Actio von Gründer Nikita Fahrenholz, die im Dezember 2020 gestartet ist. Das aktuelle Angebot von Yoga-, Meditation- und Fitnessklassen solle bald um Coaching-Sessions und Raucherentwöhnungskurse erweitert werden, so Fahrenholz kürzlich im Gründerszene-Podcast "So geht Startup". 

Für seine App hat Fahrenholz bislang zehn Millionen Euro an Risikokapital eingesammelt. Neben der Berliner Heal Capital VC sind Investoren dabei, die nicht allein auf den Health-Bereich fokussieren. Das passt zu einer Untersuchung der Silicon Valley Bank. Demnach stammten 2019 und 2020 die größten Investments knapp zur Hälfte von Geldgebern, die vorher nicht auf den Gesundheitsbereich spezialisiert waren.

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