In-ear im Ohr Kopfhörer AirPods Shutterstock/Pressmaster

Noch mehr Gesundheitsfunktionen: Apples Pläne für AirPods und Watches

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Immer mehr digitale Alltagsgeräte können unsere Gesundheitsdaten tracken. Der US-Konzern Apple bringt nach Smartwatch und Smartphone nun auch die Kopfhörer ins Spiel

Apple setzt bereits seit über zehn Jahren auf Gesundheitstracking. Beim nächsten Schritt im Bereich der Gesundheitsfunktionen konzentriert sich Apple offenbar auf die AirPods, die kabellosen Bluetooth-Kopfhörer. Dies geht aus einem Bericht der Zeitung "The Wall Street Journal" hervor. Demnach plane das Technologieunternehmen, Werte wie Körpertemperatur oder die individuelle Körperhaltung, über die Kopfhörern zu messen. Aus solchen Messungen lässt sich auf die Gesundheit der Träger:innen schließen.

Vom Smartphone zum Mikrofon

Darüber hinaus steht bei den AirPod-Neuerungen auch die Hörgesundheit im Fokus. So brachte Apple vor Kurzem die Funktion "Conversation Boost" auf den Markt. Diese Funktion hilft Nutzer:innen einzelne Stimmen von lauten Hintergrundgeräuschen zu trennen und zu verstärken. Eine weitere Ergänzung ist die Funktion "Live Listen". Nach Angaben des Unternehmens verwandeln sich beim "Live-Mithören" ein iPhone, iPad oder iPod touch in eine Art Richtmikrofon, die in lauten Umgebungen direkt mit den AirPods verbunden werden könnten.

Dies hilft zum Beispiel Menschen, denen starke Nebengeräusche bei Unterhaltungen Schwierigkeiten bereiten. Auch räumlich weit entfernten Gesprächen zuzuhören, soll laut Apple problemlos möglich sein. Einzigartig ist diese Nutzung des Smartphone-Mikrofons jedoch nicht. So bieten auch verschiedene Android-Apps die Ausgabe des empfangenen Sprachsignals via Bluetooth oder auf anderen Übertragungswegen.

Den weibliche Zyklus entschlüsseln

Diese Berichte deuten auf eine Ausweitung von Apples Gesundheitsüberwachung hin – weit über den Bereich der Apple Watch hinaus. Ein möglicher neuer Schwerpunkt des kalifornischen Tech-Giganten könnte die Überwachung der menschlichen Körpertemperatur sein. In diesem Zusammenhang hatte das "Wall Street Journal" bereits über die Integration eines Thermometers in der Apple Watch berichtet, das zur Ermittlung fruchtbarer Phasen innerhalb des weiblichen Zyklus eingesetzt werden könnte.

Das Interesse Apples an digitaler Gesundheit ist nicht neu, seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Unternehmen an entsprechenden Produkten. 2018 sorgte beispielsweise eine Zulassungsankündigung durch die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel – kurz FDA – für Furore: Ein in der Apple Watch eingebauter Algorithmus registriert nach eigenen Angaben Vorhofflimmern und ist in der Lage, Elektrokardiogramme (EKG) zu erstellen. Diese Funktion bieten inzwischen auch andere Hersteller, wie zum Beispiel Samsung oder Withings.

Depressionen und Herzkrankheiten auf der Spur

Ein Bereich, in dem Apple Berichten zufolge ebenfalls aktiv ist, ist der Versuch, anhand von digitalen Biomarkern psychische Veränderungen erfassen zu wollen, etwa Symptome einer Depression oder kognitive Einschränkungen. Als Datengrundlage könnten hierbei gesammelte Informationen zur Mobilität, der körperlichen Aktivität und den Schlafmustern von Nutzer:innen dienen.

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