Hand und Roboterhand Shutterstock/Blue Planet Studio

Forschungspreis für die gedankengesteuerte Prothese

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In Wien wurde die erste voll integrierte bionische Arm-Prothese entwickelt. Das Team erhielt nun den Forschungspreis der Christian-Doppler-Gesellschaft

Im klinischen Labor für Bionische Extremitätenrekonstruktion an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien hat ein Team um den Chirurgen Oskar Aszman eine sofort einsetzbare, bionische Armprothese entwickelt. Die Besonderheit: bei dem von Aszmann entwickelten System werden alle Komponenten direkt am amputierten Körperteil mit einem geschlossenen Regelkreis implantiert. "Die Informationen laufen in die Prothese und von dort wieder zurück ins Gehirn", erklärt Aszmann. "Die Signalübertragung von der Prothese in den Stumpf und über besondere Nervenschnittstellen weiter zum Hirn des Betroffenen ist so detailliert, dass der Patient zum Beispiel einzelne Finger der Prothese in Echtzeit wahrnehmen kann."

Bisher mussten Betroffene mit bionischen Prothesen teilweise monatelang die Bewegungen üben. Das entfällt, da die in der Prothese integrierten Sensoren direkt mit den Nervenbahnen gekoppelt werden. Die Implantation der Prothese, zum Beispiel am Oberarm, erfolgt in einem mehrstündigen chirurgischen Eingriff. Hierbei werden auch die Nerven so verkabelt, dass die Signale direkt in der Prothese ankommen und von dort wieder rückgeleitet werden. Die Energie für die Prozesse liefert die in der Prothese integrierte Batterie. Abends kann die Prothese abgenommen und einfach aufgeladen werden. Die Funktionalität wurde bisher mit vier Männern getestet, welche einen Oberarm verloren hatten.

Die Prothese entstand in Kooperation mit dem Massachussetts Institute of Technology (Center für Extreme Bionics) und dem Departement of Electrical Engineering an der Universität Göteborg.


Schlagworte

Forschung Therapie

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