Arzt schaut auf MRT vom Gehirn iStock/Shidlovski

Forscher:innen entwickeln Therapieroboter im Mikro-Format

3 Min. Lesezeit

Wissenschaftler:innen aus Deutschland haben einen Roboter entwickelt, der kleiner als ein Reiskorn ist. Einen ersten Test hat der Mikroroboter bereits bestanden: Das Forscher:innenteam hat ihn durch ein Modell einer Hirnarterie zu einer künstlichen Blutgefäßausstülpung navigiert

Der 3 Millimeter lange und 1,2 Millimeter breite Mikroroboter stammt aus einem 3D-Drucker und wurde mit magnetischem Lack beschichtet; gesteuert wird er über Magnetfelder. Mit dem Mikroroboter sollen medizinische Eingriffe und Behandlungen besonders schonend möglich sein und Medikamente direkt an den Ort der Erkrankung gebracht werden können.

Moderne Behandlungsmethoden

Entwickelt und getestet wurde er von Fachleuten des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck, der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik IMTE sowie der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Sie berichteten im Fachmagazin "Scientific Reports" über ihre Arbeit.

"In Zukunft könnte dieser Roboter Medikamente zum Beispiel direkt zu einem Tumor bringen und so Nebenwirkungen von Chemotherapeutika verringern", sagt Anna Bakenecker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IMTE, laut Pressemitteilung.

Außerdem könnte der Mini-Roboter bei verstopften Gefäßen oder gefährlichen Gefäßausstülpungen, sogenannten Aneurysmen, eingesetzt werden. "Wenn ein Mikroroboter ferngesteuert in das Aneurysma gebracht werden und es verschließen kann, wäre das ein großer Fortschritt.", sagt Dr. Franz Wegner, Radiologe des UKSH laut Mitteilung.

So funktioniert der Mini-Roboter

Durch sich drehende magnetische Felder dreht und bewegt sich der Roboter vorwärts. Per sogenannter Magnetpartikelbildgebung wird der Weg des Roboters verfolgt. "Wir haben ein Modell einer mittleren Hirnarterie aus Patientendaten erstellt, durch das wir den Mikroroboter erfolgreich in ein Aneurysma steuern konnten", erklärt Dr. Hannes Schwenke, Neuroradiologe des UKSH laut Pressemitteilung. Dies sei ein wichtiger erster Schritt, bevor es in die klinische Anwendung geht.

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