Zyklus-Apps für Frauen GettyImages/EyeEm/Anna Bizon

Zyklus-Apps: die digitalen Perioden-Tracker

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3 Min. Lesezeit

Die Zyklus-App auf dem Smartphone ersetzt den analogen Kalendereintrag und hilft Frauen, ihre Menstruation aufzuzeichnen. Lesen Sie hier, was die digitalen Helfer sonst noch können – und was nicht

Das sollten Sie wissen
  • Zyklus-Apps können Frauen helfen, den eigenen Körper besser kennenzulernen
  • Als digitales Tagebuch dokumentieren sie die Periode und deren Begleiterscheinungen
  • Mit diesen Daten lassen sich die nächste Monatsblutung und der Eisprung vorhersagen

Schon wieder dieses Ziehen im Bauch, obwohl man nichts Falsches gegessen hat? Und woher kommen eigentlich die Kopfschmerzen, wo doch Nacken und Schultern super geschmeidig sind und seit Tagen kein Alkohol mehr im Spiel war? Bei Frauen können das Zeichen sein, dass die Periode kurz bevorsteht.

Frauen, die häufiger von der monatlichen Blutung "überrascht" werden, wäre mit einer Zyklus-App geholfen. Denn während Generationen von Frauen früher geheime Kürzel in den Taschenkalender malen mussten, genügt heute das Smartphone. Ein Perioden-Tracker in der App kann den Beginn der nächsten Regel berechnen – und ganz einfach als Terminerinnerung im Handy speichern. Im stetig wachsenden Angebot der Gesundheits-Apps gibt es auch bei den Zyklus-Apps immer mehr Auswahl.

So funktionieren Zyklus-Apps

Jede Zyklus-App basiert auf einem Kalender, in dem Beginn und Ende der Periode vermerkt werden. Zusätzlich erlauben einigen Produkte Angaben zur Stärke der Blutung, zu Stimmungsschwankungen, Schmerzen und anderen möglichen Begleiterscheinungen. Je regelmäßiger und umfangreicher die App mit Daten gefüttert wird, umso individueller und genauer kann sie normalerweise die nächste Periode oder den Eisprung vorhersagen.

Die App sammelt somit Informationen, die helfen, den eigenen Körper, die positiven wie negativen Gefühle sowie sonstige Lebenseinflüsse während des weiblichen Zyklus besser zu verstehen.

Was Zyklus-Apps können und was nicht

Zyklus-Apps können Klarheit in den weiblichen Zyklus bringen. Die Standardfrage beim Frauenarzt, wann denn die letzte Regel war, ist mit digitaler Unterstützung immer schnell beantwortet. Durch die Aufzeichnung von psychischen und körperlichen Begleiterscheinungen lassen sich Muster erkennen. 

Wer beispielsweise genau weiß, wann es einem möglicherweise nicht so gut geht, kann sich bestimmte Termine und Verabredungen auf einen anderen Zeitpunkt legen. Umgekehrt sollte man die Tage um den Eisprung, an denen sich Frauen meist besonders selbstbewusst und attraktiv fühlen, für sich nutzen.

Eine sichere Verhütungsmethode sind Zyklus-Apps allerdings nicht. Viele digitale Produkte errechnen den Eisprung und die fruchtbaren Tage rein statistisch und legen eine mittlere Zykluslänge von 28 Tagen zugrunde.

Insbesondere bei jungen Mädchen und Frauen variiert der Zyklus jedoch erheblich und kann zwischen 25 und 35 Tagen dauern. Gewichtsschwankungen, Sport, Ernährung, Stresssituationen, aber auch Krankheiten oder Reisen haben einen Einfluss. Viele der digitalen Angebote ignorieren diese Faktoren. Ihre Vorhersagen können deshalb nie mehr als ein Richtwert sein. Ein Plus für sichere Verhütung: Einige der Apps erinnern an die Einnahme der "Pille" – oder auch anderer Medikamente.

So steht es um die Datensicherheit

Wer einen Perioden-Tracker auf seinem Smartphone installiert und regelmäßig mit Daten füttert, muss damit rechnen, dass diese Informationen nicht nur lokal in der App gespeichert, sondern je nach Produkt in einer Cloud bzw. auf einem externen Server des Anbieters landen. Wer auf diese Daten zu welchem Zeitpunkt Zugriff hat, ist kaum zu durchschauen.

Zusätzlich ist eine Zyklus-App nur so gut wie die Daten, die man ihr zur Verfügung stellt. Jedoch zählen Gesundheitsdaten zu unseren sensibelsten Informationen. Man sollte es sich daher sehr gut überlegen, ob und wem man diese preisgeben möchte.

Angaben darüber, wie oft und wann wir zum Beispiel essen, trinken, schlafen, Medikamente nehmen, Sport machen, Sex haben oder in Therapie gehen, sind sehr persönliche Informationen. Daraus lassen sich vielschichtige Rückschlüsse auf unseren psychischen und physischen Zustand, unser Privatleben und anderes mehr ziehen. Und man muss es leider sagen: Die absolute Datensicherheit dafür kann niemand garantieren.

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