Frau spielt mit Mobile PlanpictureGmbH

Wie Wearables zur Schwangerschaft verhelfen können

Das Angebot an Wearables für Paare mit Kinderwunsch wächst rasant. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze, wie die digitalen Helfer die fruchtbaren Tage ermitteln. Vorsicht ist insbesondere beim Datenschutz geboten

Das sollten Sie wissen
  • Wearables sind direkt mit dem Körper verbunden und messen so Basaltemperatur und weitere Parameter
  • Geprüfte Medizinprodukte sind bei der Prognose des Eisprungs genauer als Lifestyle-Produkte
  • Vorsicht, sensible Daten! Achten Sie besonders genau auf die Verwertung Ihrer Angaben

In Deutschland bleibt fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos, berichtet das Bundesfamilienministerium. Die Zahl der Frauen, bei denen es mit dem Schwangerwerden auch nach zwölf Monaten des Probierens nicht klappt, liegt bei rund einer Million. Auch außerhalb dieser Gruppe gibt es hierzulande rund sechs Millionen Menschen, deren Kinderwunsch sich nicht so leicht erfüllt wie erhofft.

Um schwanger zu werden – und damit oft ihren Lebenstraum zu erfüllen –, greifen viele Paare auf medizinische Hilfe zurück. Eine reproduktionsmedizinische Behandlung ist jedoch nicht nur kostspielig, sondern kann auch körperlich und seelisch sehr belasten. Wearables versprechen, die Chance auf eine Schwangerschaft mit digitaler Unterstützung zu erhöhen.

Vaginales Wearable ermittelt fruchtbare Tage

Die modernen digitalen Helfer nutzen die altbekannte Methode der Natürlichen Familienplanung (NFP), die unter anderem auf der Temperaturmethode basiert: Der Verlauf der Basaltemperatur – die Kerntemperatur des Körpers, die sich während des Schlafens einstellt – weist auf den Eisprung hin.

So gibt es zum Beispiel Wearables, die vaginal verwendet werden. Sie bestehen aus einem kleinen Gerät, das die Form und Größe eines Tampons hat und mit einem Sensor ausgestattet ist. Für eine tägliche Erfassung und exakte Bestimmung der Körperkerntemperatur trägt die Frau das Wearable in der Nacht. Es bleibt dort während der gesamten Schlafdauer und sendet die Daten morgens nach dem Entfernen per Bluetooth an das Smartphone. Bei einigen Anbietern ist es zusätzlich möglich, weitere Beobachtungen wie die Beschaffenheit des Zervixschleims einzutragen. Achtung, Kostenfalle: Abogebühren können diese Angebote bei längerfristiger Anwendung teuer machen.

Fruchtbarkeits-Tracker sind vielversprechend

Eine andere Möglichkeit bieten Fruchtbarkeits-Tracker für das Handgelenk. Das Armband wird über Nacht getragen, die Sensoren ermitteln mehrere Größen wie Temperatur, Puls, Atemfrequenz, Durchblutung und Bewegung. Die daraus gewonnenen Daten sendet das Armband morgens ans Smartphone, woraus die App Informationen über fruchtbare Tage, Schlafqualität und körperliche Fitness ableitet.

Der Hersteller des Fruchtbarkeits-Trackers Ava verweist darauf, dass das Wearable auf diese Weise die fruchtbaren Tage recht genau vorhersagen kann. Es ist in Deutschland als Medizinprodukt und mit einem CE-Kennzeichen zertifiziert. Die dazugehörige App gibt es für iOS und Android-Geräte. Nachteil: Das rund zwei Jahre nutzbare Produkt ist mit einem Preis von ca. 249 Euro recht teuer und muss spätestens nach drei Tagen mit der App synchronisiert werden, weil der Platz für neue Daten auf dem Armband begrenzt ist.

Datenschutz genau prüfen

Stichwort Datenübertragung und Datensicherheit: Vor dem Kauf eines Kinderwunsch-Wearables sollten Sie sich die Datenschutzerklärung des Unternehmens genau durchlesen. Fragen Sie auch ruhig direkt beim Anbieter nach. Denn Ihre sehr persönlichen Daten sind besonders schützenswert und sollten gesichert aufbewahrt werden.

Gut ist es, wenn die Daten verschlüsselt übermittelt und bei der Speicherung auf dem Server getrennt von den Nutzerdaten abgelegt werden. Das soll die Anonymisierung der sensiblen Daten gewährleisten. Auch der Nachweis, dass in Deutschland stehende Server für die Speicherung verwendet werden, kann dem Schutz der Informationen dienen.

Finger weg von Lifestyle-Produkten

Der Markt für Kinderwunsch-Wearables wächst stark. So messen neuere Entwicklungen etwa die Temperatur durch Ohrstöpsel. Das Problem: Zu vielen Erzeugnissen gibt es zwar Studien, aber häufig werden diese von den Anbietern finanziert und kommen so kaum auf unabhängige Ergebnisse. Von Lifestyle-Produkten, die oft überraschende Erfolge versprechen, sollten Paare mit Kinderwunsch generell Abstand nehmen. Als Medizinprodukt zertifizierte Wearables können dagegen eine gute Orientierung bieten, wenn es darum geht, ein Zeitfenster für die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Sie sind oft handlicher in der Anwendung und können vielen Frauen das morgendliche Temperaturmessen, regelmäßige Urintests und viel Rechnerei ersparen.

Mehr Informationen zum Thema Kinderwunsch finden Sie auch auf unserem Partnerportal Baby und Familie

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