Datensicherheit Datenschutz App Adobe Stock/ Julien Eichinger

Ist Ihre Gesundheits-App sicher?

2 Min. Lesezeit

Gesundheitsdaten müssen besonders geschützt werden. Die Checkliste des Digital Ratgeber zeigt, worauf Sie achten sollten

Apps machen es uns verführerisch leicht: Mit nur wenigen persönlichen Eingaben bekommen wir zum Beispiel eine individuelle Analyse unserer Ess- und Trinkgewohnheiten oder der Gewichtsentwicklung. Andere bewerten unsere Herzfrequenz oder den Schlafzyklus. Oft sind das genau die Daten, die die Industrie  sucht, um Werbung passgenau zu platzieren. Etwa für den Fitnessdrink, die Sportausstattung oder das  Wohlfühlkopfkissen. 

Fehlende Datenschutzvorgaben bei Gesundheits-Apps

Klare Datenschutzvorgaben für Gesundheits-Apps  gibt es leider nicht. Gerade bei Lifestyle-Apps rund um Essen, Abnehmen oder Sport fehlen gesetzliche Regelungen, welche Daten erhoben werden, wie  sie gespeichert werden und an wen sie gegebenenfalls weitergegeben werden.

Hier gilt es als Verbraucher:in, genau ins Kleingedruckte zu schauen. Apps, die beim Leben mit einer Erkrankung unterstützen (zum Beispiel Blutdruck-Apps), sind häufig als Medizinprodukt zugelassen. Sie tragen ein CE-Kennzeichen und müssen Auflagen beim Datenschutz erfüllen.

Diese Checkliste hilft weiter
  • Woher kommt die App? Datenschutzauflagen  in Deutschland und innerhalb der EU sind höher als z. B. amerikanische.
  • Wo werden die Daten gespeichert?  In Deutschland sind die Sicherheitsstandards  auch gegen Hackerangriffe höher.
  • Wer ist der Anbieter der App? Könnte jemand ein Interesse daran haben, Daten zusammeln oder Produkte zu verkaufen?
  • Fordert die Installation Zugriff auf unnötige Daten, z.B. auf das Adressbuch? Das ist kein gutes Zeichen. Prüfen Sie in den Einstellungen, worauf die App Zugriff verlangt, und  deaktivieren Sie unnötige Funktionen (wie  Kamera, Ort, Kontakte).

Am sichersten geschützt vor digitalen Übergriffen sind Nutzer:innen von "Apps auf Rezept". Diese digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität. 

Vorsicht, Schnüffler!

Datenschutz ist auch deshalb wichtig, weil mit diesen Informationen gehandelt wird. Thorsten  Urbanski, Leiter der Initiative "IT Security made in EU", sagt: "Es gibt keinen Datensatz, mit dem sich nicht illegal Geld verdienen ließe.

Wer Gesundheitsdaten mithilfe von Algorithmen und künstlicher Intelligenz kombiniert, kann genaue Profile  einzelner Personen weiterverkaufen." Er nennt es  das "Prinzip Facebook": auf verschiedenen Online-Kanälen Daten über Menschen sammeln, sortieren und zu Werbezwecken verkaufen. Im Umgang mit Apps gilt deshalb wie überall im Internet: Nutzende sollten genau hinsehen, wem sie was von sich preisgeben.

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Anmelden