Neue Blutdruck Messtechniken iStock/Mediaphotos

Einfach smart: Blutdruck messen am Handgelenk

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Smartwatches und Wearables rüsten auf und bieten neben der Fitness-Planung immer häufiger auch die Erhebung medizinischer Daten an. Warum so ein smartes Zubehör für Menschen mit Bluthochdruck sinnvoll sein kann

Das sollten Sie wissen
  • Mit Wearables, zum Beispiel einer Smartwatch, lässt sich der Blutdruck messen – aber (noch) nicht zuverlässig
  • Smarte Geräte erleichtern die Dokumentation der Werte
  • Neue Techniken wie das "Transdermal Optic Imaging" könnten in Zukunft medizinische Blutdruckmessgeräte ersetzen

Dienten Fitness-Armbänder zu Beginn in erster Linie der Selbstoptimierung und zur Kontrolle während intensiver Sporteinheiten, sind viele Menschen mittlerweile dazu übergegangen, Smartwatches und andere Wearables dazu zu nutzen, ihren Lebensstil zu kontrollieren und ihre Gesundheit dauerhaft zu überwachen.

Medizinische Werte werden bisher nur zu bestimmten Terminen beim Arzt oder in der Klinik erhoben. Mit Wearables, den kleinen Computern am Handgelenk, sind Messungen aber theoretisch zu jeder Zeit möglich. Lebensstil, Umwelteinflüsse sowie die tägliche Routine lassen sich beim Messen berücksichtigen und erlauben einen viel umfangreicheren Blick auf die Ergebnisse. Die Einnahme von Medikamenten kann genauer beobachtet und jede Veränderung besser nachvollzogen werden.

Blutdruck messen mit Bluetooth statt Stethoskop? 

Das herkömmliche Blutdruckmessgerät mit Stethoskop, Schlauch und Manschette hat beinahe ausgedient. Selbst in den Arztpraxen kommen immer häufiger digitale Oszillometer zum Einsatz, die vollautomatisch und präzise die Werte bestimmen.

Für den Privatgebrauch sind diese Geräte ohnehin besser geeignet. Die Manschette legt man entweder am Oberarm oder am Handgelenk an. Oberarm-Modelle messen in der Regel genauer, sind ohne Hilfe aber mitunter unhandlich in der Anwendung.

Smarte Blutdruckmessgeräte, wie Fitness-Uhren und medizinische Wearables, haben den Vorteil, dass sie klein und einfach zu bedienen sind. Sie zeigen auf Knopf- oder Fingerdruck die aktuelle Befindlichkeit an und übermitteln die Erkenntnisse per Bluetooth an die App auf dem Smartphone oder PC. Dort werden die Informationen in Grafiken und Tabellen übertragen, lassen sich vergleichen und speichern.

Wer gesund ist und die Blutdruckmessfunktion im Rahmen von Sport und allgemeiner Fitness nutzen möchte, kann mit den aktuellen Angeboten der Hersteller gut arbeiten. Liegt jedoch bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vor, sind die Ergebnisse elektronischer Messgeräte mit Manschette zuverlässiger. Sie können sich aber ebenfalls über Bluetooth mit dem Smartphone vernetzen und erleichtern damit die digitale Dokumentation der Daten.

Was leisten medizinische Wearables in Zukunft?

Eines der großen Ziele ist es, künftig nicht nur den Puls, sondern auch den Blutzuckerspiegel und Blutdruck permanent über einen Sensor am Handgelenk ermitteln zu können. Eine langfristige, konstante Messung – gerade bei sporadisch auftretenden Symptomen – gibt mitunter wichtige Hinweise auf eine Herzrhythmusstörung. Ein Vorhofflimmern etwa lässt sich somit frühzeitig erkennen und behandeln.

Einen anderen Ansatz verfolgt das "Transdermal Optic Imaging". Bei dieser Methode nimmt der Nutzende mit dem Smartphone ein Video seines Gesichts auf. Die Technologie kann nicht wahrnehmbare Veränderungen des Blutflusses im Gesicht analysieren und daraus den Blutdruck errechnen. Zwar ist die Marktreife hier noch lange nicht erreicht, die Entwicklung macht aber Hoffnung auf eine weitere Vereinfachung: Künftig genügt zur Blutdruckkontrolle eventuell ein langer Blick aufs Handy.

Der technologische Fortschritt wird eine immer genauere Messung ermöglichen, die in Zukunft der eines professionellen Blutdruckmessgerätes entspricht. Für Personen mit Herzproblemen kann diese mobile, allzeit durchführbare Kontrolle den Alltag enorm erleichtern. 

Lohnt sich die Anschaffung eines smarten Blutdruckmessgeräts?

Bleibt die Frage, ob sich eine Anschaffung der nicht selten kostspieligen digitalen Gesundheitshelfer lohnt. Selbstverständlich ersetzt das Tragen eines medizinischen Wearables bzw. einer Gesundheitsuhr nicht den regelmäßigen Arztbesuch.

Wer aus medizinischen Gründen eine regelmäßige Kontrolle seiner Blutwerte oder des Blutdrucks vornehmen muss, für den sind diese smarten Geräte jedoch eine große Hilfe. Vor allem, wenn die Dokumentation weiterer Vitaldaten hinzukommt, wie Blutzuckerspiegel, Gewicht und Puls.

Die vollen Kosten für eine Smartwatch übernimmt keine Krankenkasse. Einige bezuschussen jedoch den Kauf von Fitness-Armbändern und medizinischen Wearables. Häufig ist diese finanzielle Unterstützung an die Teilnahme an einem kasseneigenen Bonusprogramm und bestimmte Gesundheitsmaßnahmen gekoppelt. Fragen Sie auf jeden Fall bei Ihrer Kasse nach!

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