Apps für Menschen mit Behinderung Gebärdensprache Artikulieren Gehörlos Mann Unterhaltung Unterhalten ohne Worte Stocksy/Sean Locke

Apps für Gehörlose

2 Min. Lesezeit

Hilfe im Alltag für hörbehinderte Menschen: Diese Anwendungen auf dem Handy erleichtern Kommunikation mit Hörenden

"Ava" – die künstliche Intelligenz schreibt mit

Eine einfache Spracherkennung ist in den meisten Smartphones bereits vorinstalliert. Man legt das Handy bei einem Gespräch einfach auf den Tisch und es übersetzt Worte in Schrift. Die Ava-App geht noch einen Schritt weiter: Sie ist vor allem für Gespräche mit mehreren Personen hilfreich. Alle benutzen dabei das eigene Handy quasi als Mikrofon. Die App ordnet das Gesagte den jeweilig Sprechenden zu. Das Gespräch erscheint dann als Chatverlauf im Display. Voraussetzung ist allerdings, dass Alle die App installiert haben. Wegen des hohen Datenverbrauchs funktioniert die App am besten mit WLAN.

  • Kosten: fünf Stunden Live-Untertitel pro Monat gratis

"Pedius" – Telefonieren für Gehörlose

Diese App funktioniert ähnlich wie Ava, allerdings nicht im persönlichen Gespräch, sondern zum Telefonieren. Mithilfe der App kann man sowohl Festnetz- als auch Handynummern anrufen. Während eines Telefonats schreibt man eine Nachricht, die von einer Computerstimme an den hörenden Part weitergegeben wird. Man kann aber auch selbst sprechen. Die Antworten der hörenden Gesprächsbeteiligten wiederum können Hörbehinderte als Nachricht in Echtzeit lesen.

  • Kosten: 20 Minuten pro Monat sind gratis. Für weitere Minuten bietet Pedius verschiedene Pakete an, die man kaufen kann.

"Cardzilla" – der digitale Notizblock

Viele Hörbehinderte kommunizieren gerne schriftlich, zum Beispiel beim Bestellen im Restaurant. Das funktioniert auch über das Smartphone. Damit das Gegenüber das Geschriebene auf dem kleinen Handy-Display auch lesen kann, vergrößert Cardzilla die Schrift automatisch. Bestimmte Sätze, die man oft verwendet, lassen sich auch speichern. So muss man sie nicht jedes Mal neu eingeben.

  • Kosten: gratis

"Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache"

Mithilfe dieser App kann man wie in einem Wörterbuch ein Wort eingeben und erhält dann ein entsprechendes Gebärdenvideo als Übersetzung. Super zum Lernen der Gebärdensprache, auch für hörende Angehörige von hörbehinderten Menschen.

  • Kosten: Basisversion (enthält mehr als 80 Videos mit Situationen aus dem Alltag) gratis, spezielle Themenbereiche (Medizin, Beruf etc.) können gegen Entgelt dazu gebucht werden.

"Greta" – barrierefreies Kino

Greta ist nicht nur für blinde, sondern auch für hörbehinderte Menschen geeignet. Vor dem Kinobesuch kann man damit die Untertitel für den jeweiligen Film herunterladen. Diese werden dann per Audioerkennung mit dem laufenden Film synchronisiert und der Nutzer kann die Untertitel auf dem Handy mitlesen.

  • Kosten: gratis

"Live Transcribe & Sound Notifications" – erkennt Alltagsgeräusche

Diese App übersetzt nicht nur Gesprochenes in Schrift, sie erkennt auch über 30 Alltagsgeräusche wie zum Beispiel das Weinen eines Babys, das Miauen einer Katze oder die Türklingel. Nutzende werden durch Einblendung, Blitze und/oder Vibration über das entsprechende Geräusch informiert. Die erkannten Geräusche bleiben einige Stunden lang in einer Zeitreihe gespeichert. So kann man zum Beispiel sehen, ob der Paketbote verpasst wurde. Die Alarme lassen sich auch an die Smartwatch weiterleiten. Wer kein Android-Handy hat, kann von einer ähnlichen Geräuscherkennung profitieren. Ab iOS 14 ist diese bereits in den Bedienungshilfen integriert.

  • Kosten: gratis

Mit Apps sprachliche Einschränkungen überwinden

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, mit anderen zu kommunizieren und sich verständlich zu machen. Auch hier können Apps helfen.

"Grace" – für Autismus

Menschen mit Sprachdefiziten können sich durch diese App mit Bildern ausdrücken und so ihre Bedürfnisse und Gefühle mitteilen (z.B. Hungergefühl, Traurigkeit etc.). Zusätzlich zu dem Bild erscheint das geschriebene Wort. Damit können Nutzende die Aussprache üben, um die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Entwickelt wurde die App durch das Engagement einer Mutter, die ein Kind mit Autismus hat.

Hier finden Sie weitere Informationen

Wer nach speziellen Apps sucht, kann bei den entsprechenden Verbänden nachfragen. Beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gibt es zum Beispiel eine Koordinationsstelle Hilfsmittelberater, an die man sich wenden kann.

Auch das Portal "REHADAT-Hilfsmittel" gibt Auskunft. Hier kann man gezielt nach einer App für individuelle Bedürfnisse suchen. Das Portal ist Teil des REHADAT-Informationsangebots. REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V., gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus dem Ausgleichsfonds.


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Apps Behinderung

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