Tinitustherapie mit speziellen Kopfhörern iStock/mladenbalinovac

Spezialkopfhörer soll bei Tinnitus helfen

2 Min. Lesezeit

Tinnitus wird von vielen Betroffenen als nervig oder quälend empfunden. Eine Behandlung ist oft erfolglos oder schwierig. Ein Spezialkopfhörer soll demnächst die Lebensqualität der Betroffenen verbessern

Tinnitus ist der lateinische Ausdruck für Ohrgeräusche, die nur Betroffene hören. Das "Phantom im Ohr" kann von einem leisen Säuseln bis zum durchdringenden Pfeifen in der Lautstärke eines startenden Flugzeugs fast jede Form annehmen. Als Ursachen von Tinnitus gelten Schäden im Innenohr.  Entsprechend schwierig gestaltet sich daher die Behandlung.

Kopfhörer sollen exakte Diagnose ermöglichen

Im Rahmen ihres Forschungsprojekts "Theranostik und Therapie von Tinnitus mittels räumlichen Hörens" (TheraTin) entwickeln das Unternehmen Brandenburg Labs und die Technische Universität Ilmenau einen Spezialkopfhörer, der die Situation von Tinnitus-Betroffenen wesentlich verbessern soll.

Die Technologie des Spezialkopfhörers soll durch eine besonders genaue Messung und Analyse der elektrischen Hirnsignale zunächst eine bisher noch nicht mögliche exakte Diagnose ermöglichen. Ein darauf ausgerichteter Raumklang, der per Kopfhörer eingespielt wird, soll Betroffenen ein besonders angenehmes Hörerlebnis bieten und dadurch die Tinnitus-Therapie maßgeblich unterstützen.

Große Herausforderung für Forscher:innen

"Es wird nicht leicht werden, die räumliche Richtung einer eigentlich gar nicht vorhandenen Schallquelle zu identifizieren, die für den Tinnitus verantwortlich ist. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass uns das gelingen kann", erklärte der Leiter des Fachgebiets, Prof. Dr.-Ing. Peter Husar kürzlich gegenüber dem News-Magazin Mednic.

Bei dem auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftler:innen mit erfahrenen Tinnitus-Therapeut:innen zusammenarbeiten. Das Projekt wird im Rahmen der Richtlinie des Freistaats Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation als Teil der Reaktion der Europäischen Union auf die COVID-19-Pandemie (REACT-EU) finanziert.


Schlagworte

Forschung Therapie

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