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Was Sie über die elektronische Patientenakte wissen sollten

2 Min. Lesezeit

Zum 1. Januar 2021 ist die elektronische Patientenakte (ePA) gestartet. Zunächst allerdings nur in einer Testphase. Kliniken, Praxen und Apotheken sind noch nicht angeschlossen

Sie gilt als eines der größten Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen und beschäftigt Politik, Ärzteschaft, Kassen und Verbände seit Jahren. Zu Recht: Sind alle Unterlagen digital an einem Ort gespeichert, können Ärzt:innen die Krankengeschichten ihrer Patient:innen ohne zeitraubende Zettelwirtschaft einsehen. Das soll nicht nur schnellere Hilfe im Notfall ermöglichen, sondern auch unnötige Doppeluntersuchungen und -behandlungen ersparen.

Der Digital Ratgeber hat die wichtigsten Merkmale der ePA zusammengestellt:

  • Jede gesetzliche Krankenkasse muss ihren Mitgliedern eine ePA anbieten. Versicherte können aber selbst entscheiden, ob sie das Angebot annehmen. Die Nutzung ist freiwillig.
  • Der Zugang zur ePA erfolgt kostenlos über eine entsprechende App der Krankenkasse.
  • Inhaber:innen einer ePA können festlegen, welche Kliniken, Ärzt:innen, Apotheken, Pflegeheime und andere Gesundheitseinrichtungen Daten hochladen dürfen.
  • Nur die ePA-Inhaber:innen und von ihnen autorisierte Personen und Einrichtungen können die Inhalte lesen.
  • Die ePA startet mit Arztbriefen, Röntgenbildern, Blutwerten und Co. Ab 2022 sollen ein digitaler Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder und das Zahnbonusheft digital abrufbar sein.
  • Bis Ende Juni testen 200 Arztpraxen die ePA. Danach sind alle Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen mit einer ePA mit Kliniken, Ärzt:innen und Apotheken vernetzt.
  • Durch die ePA soll die Behandlung insgesamt verbessert werden, weil Daten zu vorangegangenen Therapien schnell von Ärzt:innen eingesehen werden können. Die zentrale Speicherung der Daten soll unter anderem Mehrfachuntersuchungen und Behandlungsfehler vermeiden helfen.
  • Die Ärzteschaft erkennt in der ePA keine digitale Revolution. Bevor die ePA den Behandlungsalltag sinnvoll ergänzt, müsse erst die Technik reibungslos funktionieren, so der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.
  • IT-Sicherheitsexperten vom Chaos Computer Club haben im Dezember 2020 auf gravierende Sicherheitslücken in der IT ärztlicher Praxen aufmerksam gemacht. Medizinische Informationen waren vielfach nicht ausreichend gegen unbefugten Zugriff über das Internet geschützt. Eine neue IT-Sicherheitsrichtlinie soll Datenlecks schließen, bevor Praxen sensible Daten über die ePA austauschen.
  • Datenschützer kritisieren, dass ePA-Inhaber:innen erst ab Januar 2022 für jedes einzelne Dokument festlegen können, wer es einsehen kann.

Wer die ePA selbst ausprobieren will, muss Geduld mitbringen. Zur Freischaltung ist oft ein Besuch in einer örtlichen Geschäftsstelle der eigenen Krankenkasse notwendig. In der aktuellen Lock-Down-Situation sind solche Termine allerdings nicht zeitnah möglich.

Die elektronische Patientenakte soll die ärztliche Behandlung erleichtern. Warum? Das erzählt dieses Fallbeispiel.
Die elektronische Patientenakte soll die ärztliche Behandlung erleichtern. Warum? Das erzählt dieses Fallbeispiel.

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