Die Elektronische Gesundheitskarte dpa/PictureAlliance/Klaus Ohlenschlaeger

Elektronische Gesundheitskarte: Alle Daten auf einem Chip

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Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist der Nachweis für Ihre Krankenversicherung. Wie die Chipkarte funktioniert und wie Ihre sensiblen Daten geschützt sind

Das sollten Sie wissen
  • Die eGK soll in Zukunft einen schnellen Überblick über Ihre Gesundheitsdaten geben, damit Sie gezielter behandelt werden können
  • Immer drauf: Ihre Stammdaten. Was darüber hinaus gespeichert wird, entscheiden Sie.
  • Niemand greift ohne Ihre Zustimmung auf die Daten zu.

Inzwischen sollte die elektronische Gesundheitskarte in fast allen deutschen Geldbeuteln zu finden sein. Fachleute sehen sie als Schlüssel zum digitalen Gesundheitswesen. Denn sie soll alle wesentlichen Gesundheitsinformationen einer Person speichern. Das Ziel: bessere Kommunikation zwischen Patientinnen oder Patienten, Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern - und damit bestmögliche medizinische Versorgung.

Die Versicherten können dabei selbst beeinflussen, welche ihrer sensiblen Informationen auf der eGK gespeichert werden. Lediglich die Stammdaten sind auf der Karte für alle verpflichtend.

Was ist die elektronische Gesundheitskarte?

Die eGK ist der Versicherungsnachweis für alle Krankenversicherten. Mit ihr können Sie sich in einer Arztpraxis oder dem Krankenhaus behandeln lassen oder Leistungen wie Medikamente, Bandagen oder Physiotherapie erhalten. Der größte Unterschied zur herkömmlichen Versichertenkarte: Die eGK ist mit einem Chip ausgestattet, auf der Daten gespeichert werden können.

Was wird auf meiner Karte gespeichert und wer kann die Daten sehen?

Aktuell sind auf der eGK Ihre persönlichen Stammdaten hinterlegt. Sie dienen als Versicherungsnachweis und nur das Praxisteam kann sie auslesen.

Gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie zukünftig entscheiden, welche weiteren medizinische Daten und Informationen auf dem Chip gespeichert werden. Sie können auch bestimmen, welcher Heilberufler auf welche Daten Zugriff hat.

Diese gespeicherten Daten können Sie nicht nur jederzeit einsehen und so zum Beispiel die Abrechnung der Arztpraxis überprüfen. Sie behalten damit auch die Kontrolle über Ihre Gesundheitsinformationen.

Welche Stammdaten sind auf der eGK gespeichert?

Auf Ihrer Gesundheitskarte sind folgende Informationen hinterlegt:

  • Vor- und Nachname
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Versichertennummer sowie der Versichertenstatus (z.B. mitversichertes Familienmitglied)
  • Beginn des Versicherungsschutzes
  • Name der Krankenkasse sowie der Kassennummer
  • Gültigkeitsdauer

Ein Foto auf der Versichertenkarte soll Verwechslungen oder ein Missbrauch der Karte verhindern. Auf der Rückseite der eGK ist die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ausgewiesen. Bei Reisen ins Ausland ermöglicht sie Ihnen eine unbürokratische medizinische Behandlung.

Welche weiteren Funktionen bietet die eGK?

Die eGK soll mit folgenden Zusatzfunktionen ergänzt werden. Voraussichtlicher Start für die Erweiterung ist das Jahr 2021, ein genaues Datum steht derzeit aber noch nicht fest.

  • Notfalldaten: Sie können wichtige medizinische Informationen beispielsweise zu Allergien, chronischen Krankheiten, einer möglichen Schwangerschaft oder Unverträglichkeiten gegen bestimmte Wirkstoffe speichern lassen. So können Sie im Notfall schneller und sicherer behandelt.
  • Medikationsplan: Hier sind alle Medikamente aufgelistet, die sie regelmäßig einnehmen. Der Vorteil: So fällt schneller auf, wenn Ihnen Wirkstoffe doppelt verschrieben wurden oder Arzneimittel Wechselwirkungen hervorrufen könnten.
  • Elektronischer Arzt- und Entlassbrief: Wird der elektronische Arztbrief auf dem Chip dokumentiert, kann das den Austausch zwischen Arztpraxen, Krankenhäusern und Therapieeinrichtungen erleichtern.
  • Elektronischen Patientenakte (ePA) und elektronisches Patientenfach (ePF): In der Patientenakte lassen sich Ihre individuelle Krankengeschichte, wichtige Laborbefunde, Operationsberichte sowie Röntgenbilder und andere Untersuchungsergebnisse dokumentieren. Auch eigene Daten wie ein Tagebuch über Blutzuckermessungen können Sie hier ablegen.
  • Persönliche Erklärungen: Ihren Organ- oder Gewebespendenausweis können Sie ebenso hinterlegen, wie Informationen zu Vorsorgevollmachten und Ihre Patientenverfügung.

Wie wird die Sicherheit meiner Daten gewährleistet?

Zwei-Schlüssel-Prinzip soll Ihre sensiblen Daten schützen: Mit einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) können Sie Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern oder Therapieeinrichtungen Zugang zu Ihren Daten geben. Ähnlich wie beim Bezahlen mit der Kreditkarte tippen Sie die Nummer in ein Kartenlesegerät ein. Die andere Seite muss sich mit dem Heilberufsausweis ausweisen. Der Zugriff auf Ihre sensiblen Daten ist nur dann möglich, wenn Sie und der Heilberufler gleichzeitig im System freigeschaltet sind.

Ausnahme: Im Notfall sollen ärztliches Personal oder Rettungsdienst auch ohne PIN-Eingabe die Notfalldaten auslesen können, um Ihnen schnell helfen zu können.

Ein weiterer Sicherheitsbaustein: Der Austausch zwischen Arztpraxis, Apotheke und Krankenhaus findet nur in einem geschlossenen Datennetzwerk statt. Diese sogenannte Telematikinfrastruktur muss höchsten Datenschutzanforderungen genügen und befindet sich momentan im Aufbau.

Wo kann ich mehr über die elektronische Gesundheitskarte erfahren?

In der Regel haben Kassen und Versicherungen ausführliche Informationen zu dem Thema auf Ihren Webseiten zusammengestellt. Außerdem leisten die Verbraucherzentralen sowie die kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer gute Aufklärungsarbeit.

Weitere Informationen bieten auch:

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