Prof. Harald Schmidt privat

Zukunft der Medizin: „Digitalisierung allein wird wenig bewirken“

1 Min. Lesezeit

Wird die Digitalisierung die Medizin grundlegend verändern? Nein, meint der Apotheker, Mediziner und Pharmakologe Harald Schmidt in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Trotzdem sei das "Ende der Medizin wie wir sie kennen" gekommen

Der 62-jährige Professor, der Pharmakologie und personalisierte Medizin an der Universität Maastricht in den Niederlanden lehrt, sieht die Digitalisierung lediglich als Technologie, die Abläufe und Diagnosen beschleunigt und Therapieerfolge transparent macht. Dies allein werde aber nicht die notwendige grundlegende Innovation der Medizin bewirken.

Das Kernproblem bleibt meist unentdeckt

Trotz gestiegener Lebenserwartung würde man Schmidt zufolge kaum bei einer Erkrankung die Ursache verstehen. So könnten zum Beispiel Arzneimittel bei Bluthochdruck zwar den Druck senken, das Kernproblem bliebe aber meist unentdeckt.

Für Schmidt liegt das auch daran, dass unser Gesundheitssystem den Einsatz möglichst vieler medizinischer Mittel in kurzer Zeit fördert und damit falsche Anreize setzt. Man brauche vielmehr ein Gesundheitssystem, das allein den Erfolg vergütet – und der würde darin bestehen, nicht krank zu sein.

Präzises Vorbeugen und Behandeln

Das Gesundheitssystem der Zukunft, so Schmidts These, werde daher die Ursachen aller Erkrankungen kennen müssen und damit präzises Vorbeugen und Behandeln ermöglichen. Die  Patient:innen der Zukunft würden dann in erster Linie nicht Ärzt:innen, sondern Ernährungsberater:innen, Physiotherapeut:innen, Personal Trainer:innen, Psycholog:innen und medizinfremde Expert:innen betreuen. Die gemeinsame Aufgabe dieses Teams sei es, die Patient:innen bei der Heilung und beim Gesundbleiben zu begleiten.

Das vollständige Interview mit Tagesspiegel Background können Sie hier nachlesen (kostenpflichtig).

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Anmelden