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Virtuelle Hilfe für kranke Haustiere: Markt für Telemedizin wächst

2 Min. Lesezeit

Die Zahl der Haustiere ist seit der Corona-Pandemie stark gewachsen, viele Tierarztpraxen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Gleichzeitig zeigen internationale Studien: Videosprechstunden & Co. werden immer gefragter

Egal ob Hund, Katze oder Kaninchen: Wenn es dem eigenen Haustier nicht gut geht, wollen Besitzer:innen schnellstmöglich Hilfe anbieten. Doch allzu häufig bedeutet der Gang zum Tierarzt lange Wartezeiten, Aufregung und Stress für Mensch und Tier. Telemedizin, also die Behandlung per Telefon oder Internet, könnte die Lage entspannen und wird immer beliebter. Das geht aus der aktuellen Marktstudie "Veterinary Telehealth Market - Growth, Trends, COVID-19 Impact, and Forecasts (2021 - 2026)" hervor.

Der Studie zufolge liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Telemedizin im Veterinärbereich bis 2026 bei über 19 Prozent. Einer der Hauptgründe für die gesteigerte Nachfrage sei die Corona-Pandemie und der damit verbundene weltweite Zuwachs an Haustieren.

Corona-Pandemie sorgt für Boom

Auch in Deutschland war offenbar bei vielen Menschen das Bedürfnis nach tierischer Gesellschaft inmitten der Corona-Isolation groß: Einer Forsa-Umfrage zufolge legte sich jede:r Vierte während der Pandemie ein Haustier zu. Dementsprechend hoch ist die Belastung von Tierarztpraxen, zum Beispiel in Hamburg. "Wir haben in der Corona-Krise ungefähr doppelt so viel gearbeitet", sagt Christina Bertram, Sprecherin der Tierärztekammer Hamburg, der Deutschen Presseagentur.

Nach eigenen Angaben stoßen in ganz Deutschland zahlreiche Praxen an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Folge: ein Aufnahmestopp für Neukunden – zumindest vorübergehend.

Entlastung durch Telemedizin?

Welchen Effekt der Einsatz von Telemedizin in der Veterinärmedizin haben kann, zeigt sich bereits jetzt in den USA. Dort riet das US-Gesundheitsministerium Veterinärmediziner:innen in der Corona-Pandemie, Kontakte zu Besitzer:innen von Haustieren zu minimieren. Ein Bericht der American Veterinary Medical Association (AVMA) aus 2020 zeigt, dass Telemedizin tatsächlich vermehrt eingesetzt wurde, um die Gesundheit von Tieren und behandelnden Teams zu gewährleisten.

Gerade die besonderen Bedingungen durch die Corona-Pandemie haben laut der Markt-Studie gezeigt, welche Vorteile eine virtuelle Behandlung von Haustieren künftig haben kann. Für Tierarztpraxen bedeute Telemedizin insbesondere Eigenschutz, Haustierbesitzer:innen sei die Sicherheit, auch in Zeiten eines Lockdowns versorgt und beraten zu werden, besonders wichtig.

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