Atemtest Shutterstock/Monika Gruszewicz

Universität von Miami untersucht Corona-Atemtestgerät

2 Min. Lesezeit

Werden Corona-Untersuchungen bald so einfach wie Alkoholtests? Eine Studie untersucht ein Gerät aus Israel, welches ein schnelles und einfaches Testverfahren anwendet: Coronaviren im menschlichen Atem nachweisen

In dieser Woche beginnt eine Untersuchung der Universität Miami, die Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus durch Atemtests in weniger als einer Minute feststellen soll. Das Atemtest-Gerät wurde von der israelischen Firma TeraGroup entwickelt. Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Alkoholtest sollen die Testpersonen dabei in ein Röhrchen pusten. Das Testgerät untersucht dann die Zusammensetzung der Aerosole in der Ausatemluft. Neben Speichel und Schleim soll so auch das potenzielle Vorkommen von SARS-CoV-2 im Atem erkennbar sein.

Zunächst wird das Gerät bei bis zu 1.000 Studentinnen und Studenten, Fakultätsmitgliedern und Personal der Universität getestet. Fällt das Ergebnis der Untersuchung positiv aus, könnte eine Zulassung für den amerikanischen Markt durch die Kontrollbehörde U.S. Food and Drug Administration (FDA) bevorstehen.

Eine ähnliche Studie wurde bereits im August in Israel durchgeführt. Dabei sammelte die israelische Firma NanoScent durch die Nase ausgestoßene Atemluft, die anschließend binnen 30 Sekunden durch einen "Geruchsleser" auf Corona-Spuren untersucht wurde. So suchte das Gerät nach flüchtigen organischen Verbindungen, die bei einer Infektion mit Coronaviren im menschlichen Atem zu finden sind. Allerdings räumt das Team von NanoScent ein, dass die Methode zur Ermittlung von Infizierten wesentlich ungenauer sei als ein Nasenabstrich. Dieser Atemtest könne jedoch als schnelles Warninstrument dienen.

Das Verfahren, das jetzt an der Universität Miami getestet wird, verspricht dagegen eine genauere Messmethode. Nach Angaben der israelischen Entwickler kann es durch Terahertz-Strahlung, wie sie z.B. in der biochemischen Spektroskopie zum Einsatz kommt, Luftpartikel erkennen, die kleiner sind als 300 Mikrometer. Ein Coronapartikel ist ca. 1,4 Mikrometer klein. Zwar sind Verfahren zur Erkennung von Coronaviren im Atem noch in einem frühen Stadium, langfristig könnten sie aber dazu beitragen, die Corona-Tests zu vereinfachen und zu beschleunigen.


Schlagworte

Corona Forschung

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Optionale Angaben
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen
Bitte stimmen Sie der Datenschutzerklärung zu
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an
Ihre Eingabe ist zu lange