Umfrage zu Akzeptanz von Telemedizin Plainpicture GmbH/Eloisa Ramos

Umfrage: Videosprechstunde überzeugt Ratsuchende

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Wer Videosprechstunden ausprobiert, ist überwiegend zufrieden, zeigt eine Umfrage. 91 Prozent würden die Telemedizin auch wieder nutzen  

Die Corona-Pandemie hat der Telemedizin Schwung verliehen. Dass die Fernbehandlung via Bildschirm für auch hält, was sie verspricht, ergab eine Umfrage eines Anbieters für Telemedizin-Software unter mehr als 4000 Patient:innen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien. 61 Prozent gaben an, ihr Gesundheitsproblem sei mit der Videosprechstunde gelöst.

Zwar hatten nur 17 Prozent der Befragten schon einmal ein Onlinegespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ausprobiert. Diese waren allerdings vom Nutzen überzeugt. 91 Prozent wollen Videosprechstunden auch künftig nutzen. 30 Prozent gaben zudem an, dank der Telemedizin ihre Ärzt:innen häufiger als sonst zu kontaktieren.

Praktisch, aber noch wenig nachgefragt

Die Gründe, telemedizinische Angebote wahrzunehmen, waren der Umfrage zufolge eher rein praktischer Natur: keine Anfahrt, ein schneller Termin ohne Wartezeit. Auch die Gewissheit, sich nicht nicht der Gefahr einer Infektion mit Covid-19 auszusetzen, war unter den am häufigsten genannten Gründen.

Für das geringe allgemeine Interesse an Telemedizin vermutet das Umfrageteam des Unternehmens vielschichtige Gründe. So sei Telemedizin in Deutschland noch schwer realisierbar, es würden der flächendeckende Breitbandausbau sowie geschultes Personal in den Praxen fehlen; auch sei die Erstattungsfähigkeit ärztlicher telemedizinischer Leistungen noch unklar beziehungsweise mangelhaft geregelt. 71 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen gaben zudem an, ihre Anliegen lieber persönlich mit Ärzten:innen zu besprechen. 48 Prozent hatten Zweifel daran, dass es möglich sei, online eine genaue Diagnose zu stellen.

Um Telemedizin attraktiver zu machen, sieht das im Mai verabschiedete Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) Verbesserungen vor. Unter anderem vermittelt die bundesweite Service-Hotline 116117 demnächst Videosprechstunden mit Ärzt:innen, Hebammen und Psychotherapeut:innen. Ärzt:innen können elektronische Rezepte für mehr Arzneimittel, Hilfsmittel und Anwendungen ausstellen als bisher. So kann zum Beispiel häusliche Krankenpflege per E-Rezept verordnet werden. Und Hebammen können in der elektronischen Patientenakte Daten zur Schwangerschaft und Mutterschaft speichern. Das Gesetz soll Mitte 2021 in Kraft treten; der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt.

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