Aktienkurse von Telemedizin Unternehmen steigen Getty Images/Jay Radhakrishnan

Telemedizin-Boom beflügelt Aktienkurse

1 Min. Lesezeit

Daten zeigen eine starke Zunahme von Videosprechstunden in der Corona-Pandemie. Weil Medizintechnik- und Softwareunternehmen dadurch hohe Umsätze machen, steigen die Gewinnchancen für Geldanleger:innen

Nach Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) haben Ärzt:innen in Deutschland von März bis Dezember 2019 nur einige Tausend Video-Sprechstunden abgehalten. Ein Jahr später waren es im gleichen Zeitraum 2,5 Millionen.

"Die digitale Sprechstunde ist ein großes Zukunftsthema"

Hauptgrund für die starke Zunahme ist die Angst vieler Menschen vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bei ihren Ärzt:innen. Statt eines Besuchs in deren Praxen, nutzen sie die  Videosprechstunden-Angebote von immer niedergelassenen Allgemeinmediziner:innen und Fachärzt:innen. Darüber hinaus schätzen es berufstätige Patient:innen, nicht für jede Besprechung und Untersuchung die Praxis aufsuchen zu müssen.

"Die digitale Sprechstunde ist ein großes Zukunftsthema", sagt Michael Thaler, Vorstand der Top Vermögen in München. Die steigende Zahl an Videosprechstunden beziehungsweise der Boom der Telemedizin mit den Möglichkeiten der Fernüberwachung von Herz, Kreislauf und Atmung, treibt die Aktienkurse von Unternehmen, die die Technik dafür bereitstellen.

Aktienkurse dürften auch in Zukunft weiter steigen

So ist die Aktie eines deutschen Medizin-Softwareunternehmens in den vergangenen zwölf Monaten um über 30 Prozent gestiegen. Die Aktie eines US-Konzerns aus dem Bereich der Informationstechnologie im Gesundheitswesen hat 17 Prozent zugelegt. Und das Papier eines Internet-Sicherheitsdienstleister ist um sogar um 150 Prozent gestiegen.

Mit der Zunahme der Video-Sprechstunden und der kommenden digitalen Krankenakte werde der Schutz der sensiblen Daten immer wichtiger, erläutert Thaler den Trend.

Erwartungen auf gute Gewinne wecken auch die zunehmenden Kooperationen von großen Medizintechnikunternehmen mit Softwareschmieden. Der Nutzen ihrer Geräte werde durch geeignete Software ständig erweitert. Das dürfte Umsatz, Gewinn und die Aktienkurse der Unternehmen weiterhin steigen lassen.

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