Hirnelektroden Shutterstock/Yakobchuk Viacheslav

Sprachgelähmte: Flüssiges Sprechen per Hirnelektroden

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Wie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) meldet, gibt es erste Erfolge bei der Erforschung von Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces, BCI)

Bereits heute lassen sich Prothesen und Sprachsysteme über Hirnströme steuern, erklärt Professor Ulf Ziemann, Ärztlicher Direktor der Abteilung Neurologie und Co-Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen. Die Ströme werden per Elektroenzephalografie (EEG) auf der Kopfhaut oder Elektroden auf der Gehirnoberfläche gemessen werden. Diese Art der BCI-Schnittstellen-Systeme sei aber noch recht grob und langsam.

So müssten Patientinnen und Patienten bei Sprachübungen einzelne Buchstaben und Wörter mühsam auf einem Bildschirm auswählen. Das raube nicht nur Kraft, sondern auch Zeit - während die normale Sprechgeschwindigkeit des Menschen bei rund 150 Wörtern pro Minute liege, können mit der herkömmlichen Methode nicht mehr als zehn Wörter pro Minute gebildet werden.

Vom neuen System versprechen sich die DGNK-Forscherinnen und Forscher Fortschritte. In Anknüpfung an die Arbeit von Dr. Gopala K. Anumanchipalli von der University of California in San Francisco sollen bei Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall im Hirnstamm oder mit fortgeschrittener Amyotropher Lateralsklerose (ALS) BCI-Elektroden direkt auf dem motorischen Sprachzentrum der Großhirnrinde platziert werden. Dort, so Ziemann, entstünden die Signale, welche die Motorik von Zunge, Lippen und Kehlkopf beim Sprechen aktivieren. Auf diese Art soll der synthetische Sprachgenerator quasi intuitiv und ohne Umwege über einen Bildschirm angesteuert werden. Bei Tests mit Epilepsie-Patienten in Kalifornien konnten entsprechende Ergebnisse erzielt werden, die man nun zu übertragen versucht.


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Forschung

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