Forschungsergebnisse Smart Speaker Herzrhthmusstörungen erkennen Getty Images/Luis Alvarez

Smart-Speaker unterstützen bei Herzrhythmusstörungen

1 Min. Lesezeit

Forschende der Universität Washington haben ein System entwickelt, das gewöhnliche Smart-Speaker nutzt, um kranke Herzen zu überwachen

Für gewöhnlich dienen Smart-Speaker wie Google Home und Amazon Alexa als Wecker und Musikplayer. Sie sind intelligente Rechner mit großen Datenspeichern und sensiblen Sensoren. Inzwischen lassen sich die Geräte aber auch dazu nutzen, Vitalzeichen wie die Atembewegungen und den Herzschlag zu überwachen. Die betroffene Person muss dazu nur in Reichweite des Smart-Speakers sein.

Das technische Prinzip ist überraschend simpel. Smart-Speaker senden permanent unhörbare Schallwellen aus, die der menschliche Körper zurück sendet. Bewegt sich der Körper, zum Beispiel beim Atmen, kommen diese Reflexionen entweder etwas früher oder später an – je nachdem, ob die Person gerade ein- oder ausatmet. 

Aus diesen Atemsignalen können Programme auf den Servern von Amazon oder Google errechnen, ob die Person Atemprobleme oder auch Herzrhythmusstörungen hat. "Die Technologie könnte die Art und Weise verändern, wie Ärzte telemedizinische Sprechstunden durchführen, indem sie Vitaldaten wie Atem- und Herzschlagsignale, bereitstellt, die sonst persönliche Besuche in der Klinik erfordern würden", schreibt der Entwickler Shyam Gollakota von der University of Washington in seinem Blog.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Smart-Speaker darf man gespannt sein, wie die Technologie sich entwickelt. In einem positiven Fall erkennt das System gefährliche Herzrhythmusstörungen, warnt Betroffene oder alarmiert automatisch den Notarztwagen.

Doch die konkreten Einsatzbereiche sind damit noch lange nicht am Ende. Möglich wäre es, etwa die Geräusche, die Menschen in ihren Wohnräumen produzieren auszuwerten:  Schritte beim Gang durch die Räume, das Betätigen der Toilettenspülung oder das leise Schnarchen beim Mittagsschlaf zum Beispiel. All diese Informationen würden fortschrittlichen Programmen eine enorme Datensammlung zur Diagnose bereitstellen. Von den Möglichkeiten des Missbrauchs oder der Gefahr für die persönliche Privatsphäre ganz zu schweigen.

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