Frühchen im Krankenhaus Shutterstock/Jose Luis Carrascosa

Sensorische Matratze unterstützt Frühchen

2 Min. Lesezeit

Eine Matratze macht natürliche Geräusche der Eltern für das Frühchen hörbar, auch wenn diese nicht in der Nähe sind. Der Känguruhing-Effekt ist damit auch im Inkubator nutzbar

Ein Stuttgarter Start-Up hat eine Matratze für Frühchen entwickelt, welche die elterliche Nähe simuliert, auch wenn die Eltern das Kind nicht auf der Brust tragen. Das "Mutter"-Modul wird bei Mutter oder Vater auf die Brust gelegt und nimmt mittels Sensoren Herzschlag, Atmung und Stimme auf. Diese Daten werden über ein Kontrollmodul in pneumatische Bewegungen und Schall umgewandelt und an die Matratze im Brutkasten gesandt. Die Gel-Matratze gibt Atemgeräusch und –bewegung, Herzschlag und Stimme als stimulierende Reize an das Frühchen weiter. Dafür füllen sich in der Matratze kleine Bälge mit Luft, der Herzschlag wird als Körperschall übertragen.

Das der Idee zugrundeliegende "Känguruhing", bei dem die Eltern das Kind direkt auf der Brust tragen, ist eine bewährte Methode, um die Atmung und die Herzfrequenz der Kinder zu stabilisieren. Körperlicher Kontakt zwischen Kind und Eltern ist gerade für die Entwicklung von Frühgeborenen besonderes wichtig, um beispielsweise Atemaussetzern vorzubeugen. Leider ist der direkte Kontakt nicht rund um die Uhr möglich; oder die Mutter muss nach der Geburt selbst medizinisch versorgt werden und ist an das Bett gebunden.

Bisher wird das System in 30 europäischen, einigen amerikanischen und einer saudi-arabischen Klinik eingesetzt. Aktuell laufen Studien, ob sich durch den Einsatz der Matratze die regelmäßige Atmung der Babys, die Gewichtszunahme oder ihr Wachstum verbessern.

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