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Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs

1 Min. Lesezeit

Wo qualifiziertes medizinisches Personal fehlt, kann künstliche Intelligenz bei der Krebsvorsorge unterstützen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein ehrgeiziges Ziel vorgestellt: Sie will Gebärmutterhalskrebs weltweit zurückdrängen. Das sogenannte Zervixkarzinom zählt zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen. Die Erkrankung wird häufig durch humane Papillomviren (HPV) ausgelöst, die überwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Durch eine Impfung gegen die auslösenden Viren, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Entfernung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals ist Gebärmutterhalskrebs jedoch vermeidbar.

Die Strategie der WHO sieht deshalb vor, bis zum Jahr 2030 weltweit 90 Prozent der Mädchen bis 15 Jahren gegen HPV zu impfen. Bislang liegt die Impfrate weltweit bei etwa 15 Prozent. Selbst in Industriestaaten wie Deutschland sind weniger als 45 Prozent der 15-jährigen Mädchen geimpft. Außerdem sollen mehr Frauen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen können.

In entlegenen Regionen der Welt, wo Frauen kaum Zugang zu ärztlichen Untersuchungen haben, könnte moderne Technologie beim Screening eingesetzt werden. So berichtet die WHO von einem neuen Test auf Basis künstlicher Intelligenz (KI), bei dem ein Foto den "Krebs-Abstrich" ersetzt. Dafür nimmt zum Beispiel eine Krankenschwester in einer Gesundheitsstation ein Bild vom Gebärmutterhals der untersuchten Frau auf und schickt es an eine Handy-App. Ein Algorithmus gleicht die Merkmale mit Hunderttausenden anderen ab und ermöglicht innerhalb weniger Minuten eine Verdachtsdiagnose.

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