Selbstbild Teenager Instagram Getty Images/Courtny Hale

Interne Facebook-Studie zeigt Gefahren für Teenager auf Instagram

2 Min. Lesezeit

Dass Vergleiche auf sozialen Medien der Psyche junger Menschen schaden können, ist für viele nichts Neues. Neu ist aber: Auch Facebook weiß um die möglichen Gefahren seiner Plattformen. Öffentlich macht das Unternehmen allerdings nichts davon

"Zweiunddreißig Prozent der Teenager-Mädchen gaben an, dass sie sich auf Instagram noch schlechter fühlten, wenn sie sich wegen ihres Körpers bereits schlecht fühlten." So zitiert die Tageszeitung "The Wall Street Journal" eine interne Facebook-Analyse. Und weiter: "Vergleiche auf Instagram können die Art und Weise verändern, wie junge Frauen sich selbst sehen und beschreiben." Laut dem Bericht der US-Zeitung ist es nicht das erste Mal, dass Facebook, zu dem seit 2012 auch die Plattform Instagram gehört, die möglichen negativen Auswirkungen feststellt: "Wir verschlimmern die Probleme mit dem Körperbild bei einem von drei Mädchen im Teenageralter", stand dem Bericht zufolge in einem internen Facebook-Dokument aus dem Jahr 2019.

Gefahr für das eigene Körperbild besteht nicht nur für weibliche Teenager: Laut den Facebook-Untersuchungen fühlten sich auch 14 Prozent der Jungen schlechter, heißt es im Wall-Street-Journal-Bericht. 40 Prozent der Teenager-Jungen erlebten ebenfalls negative soziale Vergleiche.

Facebook hielt Daten unter Verschluss

"In der Öffentlichkeit hat Facebook die negativen Auswirkungen der App auf Jugendliche immer wieder heruntergespielt und seine Forschungsergebnisse weder veröffentlicht noch der Forschung oder Gesetzgebung zugänglich gemacht, die darum gebeten hatten", schreiben die Autor:innen des Artikels. Es gäbe fünf interne Präsentationen zur psychischen Gesundheit von Teenagern sowie Folgestudien. Eine der Schlussfolgerungen sei, dass einige Probleme spezifisch für Instagram sind. So sei der sogenannte soziale Vergleich auf Instagram stärker ausgeprägt als in anderen sozialen Medien.

Facebook reagiert mit einem Blogpost

Der Artikel konzentriere sich auf eine begrenzte Anzahl von Ergebnissen und rücke sie in ein negatives Licht, heißt es in einem Statement von Karina Newton, Leiterin der Abteilung Public Policy bei Instagram. Trotzdem stehe man zu der Forschung. Sie betont, dass soziale Medien wie Instagram Freunden und Familien helfen, in Verbindung zu bleiben und gesellschaftlichen Wandel anstoßen können. 81 Prozent der Jugendlichen gaben laut Newton an, sich durch soziale Medien stärker mit ihren Freunden verbunden zu fühlen. Newton betont, dass die Ergebnisse uneinheitlich seien – soziale Medien seien nicht per se gut oder schlecht für Menschen. Natürlich, so räumt sie ein, machten Menschen auch negative Erfahrungen auf Instagram. Es sei die Aufgabe des Unternehmens dafür zu sorgen, dass Menschen gute Erfahrungen mit der Plattform machen. So habe das Unternehmen auf Grundlage der Untersuchungen Nutzern ermöglicht, Likes zu verbergen und Menschen mit Problemen mit lokalen Hilfsorganisationen in Kontakt gebracht. Zudem wolle man transparenter werden, was die Forschung angeht.

Kritik an den Maßnahmen

Die Autor:innen des Artikels schreiben zur Ausblendung der Likes: "Als Facebook in einem Pilotprogramm mit dem Namen Project Daisy eine Änderung testete, um die ,Likes‘ auszublenden, stellte sich heraus, dass dies das Leben der Teenager nicht verbesserte. ,Wir konnten keine Veränderung des allgemeinen Wohlbefindens feststellen‘, schrieben Facebook-Mitarbeiter."

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