Darstellung von Künstlicher Intelligenz mit Gehirnform iStock/Vertigo3d

Implantierbarer Chip könnte die Früherkennung von Krankheiten revolutionieren

1 Min. Lesezeit

Forschende aus Dresden haben einen implantierbaren Chip entwickelt, der Veränderungen beim Herzschlag und anderen Körpersignalen erkennt. Das haarfeine System der künstlichen Intelligenz (KI) könnte die Früherkennung und Therapie von Krankheiten revolutionieren 

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin: Heute schon lassen sich Röntgenbilder, EKGs und andere Untersuchungsergebnisse mit Hilfe von intelligenten Algorithmen analysieren und so Krankheiten anhand kleinster Veränderungen in einem extrem frühen Stadium erkennen.

Wissenschaftler:innen der Technischen Universität Dresden haben nun einen weiteren Schritt in Richtung Medizinrevolution gemacht. Sie haben einen Chip entwickelt, der krankhafte Veränderungen direkt im Körper und ohne den Einsatz medizinischer Überwachungsgeräte erkennt. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

So funktioniert der KI-Chip

Der aktive Teil des hauchdünnen und Fingerkuppen kleinen Chips ist ein haarfeines Faser-Netzwerk, das Strukturen im Gehirn nachempfunden ist und kleinste Veränderungen bei Körpersignalen wie dem Herzschlag registriert. In Tests konnte der Chip in neun von zehn Fällen normale Herzschläge von drei häufigen Formen von Herzrhythmusstörungen unterscheiden.

Biochip könnte auch Blutzucker messen

Der noch in der Erprobung befindliche KI-Chip könnte bald von Ärzt:innen oder sogar Pflegenden wie ein Herzschrittmacher implantiert werden. Denkbar ist auch, dass der Chip, in eine Vene eingesetzt, die Konzentration chemischer Blutbestandteile wie dem Blutzucker misst.

Die Vision, moderne Elektronik mit Biologie zu verbinden, sei in den letzten Jahren weit gediehen, erklärt Matteo Cucchi, Doktorand und Erstautor der Forschungsarbeit, im Interview mit dem Digital Ratgeber. Der aktuelle Ansatz werde es ermöglichen, weitere intelligente Systeme zu entwickeln, die helfen können, Menschenleben zu retten, so Cucchi.

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