Fitnessarmband zur frühzeitigen Erkennung von Erkältungen istock/People Images

Fitnessarmband erkennt Grippe, bevor Symptome auftreten

1 Min. Lesezeit

Herzfrequenz und Hauttemperatur verraten früh, ob eine Erkältung ausbricht. Wearables wie Fitnessarmbänder oder Smartwatches könnten künftig helfen, zum Beispiel eine Grippewelle vorauszusagen

Für Star-Trek-Fans nichts Neues: Ein kleines Gerät, mit dem der Schiffsarzt Dr. "Pille" Mc Coy seine Patienten scannt und auf einen Blick feststellt, was ihnen fehlt. Den sogenannten Tricorder gibt es zwar noch nicht. Wearables wie Fitnessarmbänder könnten aber künftig helfen, Krankheiten wie die Grippe oder eine Erkältung zu diagnostizieren – sogar bevor Infizierte Symptome zeigen, wie eine Studie im Fachblatt Jama Network Open berichtet.

Für die Untersuchung bekamen 31 Proband:innen das Grippe-Virus H1N1 sowie weitere 18 sogenannte Rhinoviren, also Erreger für harmlose Erkältungskrankheiten, verabreicht. Um den Status einer Infektion feststellen zu können, analysierten die Forscher:innen regelmäßig Proben aus dem Nasensekret auf den Gehalt an Viren. Zudem mussten die Studienteilnehmer:innen zweimal täglich mögliche vorhandene Symptome wie Fieber, Husten, Atembeschwerden etc. angeben.

Zusätzlich erfasste ein Wearable am Handgelenk vor und nach dem Verabreichen der Krankheitserreger biometrische Daten wie etwa Herzfrequenz oder Hauttemperatur. Ziel war es, anhand dieser Daten Veränderungen im Körper festzustellen, die mit einer frühen Infektion in Verbindung gebracht werden können.

Wie die Auswertung ergab, konnten die von den Forscher:innen entwickelten digitalen Biomarker-Modelle eine Infektion erkennen, bevor sie Symptome versachte – und zwar mit einer Genauigkeit von 92 Prozent bei H1N1 und 88 Prozent bei Rhinoviren. Auch ob es sich um eine leichte oder mittelschwere Infektion handelte, konnten die Modelle feststellen. Hier lag die Genauigkeit der Vorhersage bei 90 (H1N1) bzw. 89 Prozent (Rhinoviren).

Wearables könnten demnach künftig helfen, die Ausbreitung akuter viraler Atemwegsinfektionen zu begrenzen, wie die Autor:innen der Studie schreiben. In der Ära von COVID-19 käme das zur rechten Zeit. Gleichzeitig schränken sie aber auch ein, dass weitere Forschungen den tatsächlichen Nutzen dieser Diagnose-Möglichkeit erst noch zweifelsfrei bestätigen müssen.


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Daten Wearables Forschung

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