Auge Shutterstock/Metamorworks

Erstes künstliches Auge soll klinisch getestet werden

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Ein australisches Forschungsteam haben mehr als zehn Jahre an einem bionischen Sehsystem gearbeitet, mit dem Blinde Bilder wahrnehmen können sollen. Nun könnte es am Menschen getestet werden

Bei blinden Menschen blockieren häufig verletzte Sehnerven die Übertragung von optischen Reizen in das Sehzentrum des Gehirns. Genau hier setzt das bionische Sehsystem "Gennaris" an: Es umgeht die geschädigten Nerven und ist so konstruiert, dass es die Funktion gesunder Sehnerven übernimmt.

Das künstliche Auge besteht aus einem Kopfband mit eingebauter Kamera, einem drahtlosen Sender, einem Visionsprozessor, einer Software sowie einem Satz haarfeiner Elektroden, die in das Gehirn implantiert werden. Die von der Kamera aufgezeichneten Eindrücke werden an den Bildverarbeitungsprozessor übertragen. Die Elektroden stimulieren dann das Sehzentrum und erzeugen visuelle Muster, die bis zu 172 Lichtpunkte miteinander verknüpfen und dem Blinden so ermöglichen, Personen und Objekte wahrzunehmen.

Die Ergebnisse der bisherigen Studien waren so vielversprechend, dass nun erstmals blinde Menschen das System in klinischen Studien testen könnten. Das Team von der australischen Monash University in Melbourne hofft nun auf einen finanziellen Zuschuss der australischen Regierung, um die Entwicklung für die weitere fünf Jahre vorantreiben zu können.


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Forschung

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