Positiver Covid-19-Test Shutterstock/Jarun Ontakrai

Digitalisierung der Gesundheitsämter läuft schleppend

1 Min. Lesezeit

Trotz Finanzspritzen vom Bund kommt die Digitalisierung der Gesundheitsämter kaum voran. Das verzögert auch die Nachverfolgung von Corona-Infektionen

Häufig ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu lesen, sie bringe bei allem Übel wenigstens die Digitalisierung branchenübergreifend voran. Neben Homeoffice wird auch Homeschooling möglich und zunehmend gesellschaftlich akzeptiert. Doch ausgerechnet in der Schaltzentrale der Pandemieeindämmungsmaßnahmen, den Gesundheitsämtern, kommt der erforderliche technologische Fortschritt nur schleppend voran. Darauf deutet zumindest die Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst hin. Zwar hatte die Bundesregierung im Mai dieses Jahres 50 Millionen Euro für die technologische Modernisierung der Gesundheitsämter und deren Anschluss an das elektronische Melde- und Informationssystem (Demis) bereit gestellt, davon sollen nach übereinstimmenden Medienberichten jedoch erst 12,1 Millionen Euro abgerufen worden sein.

Zu den Aufgaben der 375 Gesundheitsämter in Deutschland gehört neben der Kontaktverfolgung von positiv getesteten Personen die Registrierung von Sars-Cov-2-Infizierten. Dies erfolgt derzeit noch überwiegend analog. Nicht selten schicken Praxen und Labore Formblätter per Fax ans Amt, wo die Daten noch einmal händisch übertragen und an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin weitergeleitet werden. Das kann zu tagelangen Verzögerungen bei der Übermittlung des so wichtigen Befundes führen.

Damit die Informationen künftig schneller fließen, wird derzeit das Elektronische Melde- und Informationssystem für Infektionskrankheiten, kurz DEMIS, aufgebaut. Dort sollen die Informationsdaten zentral gesammelt werden und sowohl Gesundheitsämter als auch Landesbehörden und RKI sollen darauf Zugriff haben. Daran sind laut RKI zwar bereits gut 300 der 375 deutschen Gesundheitsämter angebunden, aber eben noch längst nicht alle Labore und Arztpraxen.


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Corona Daten Politik

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