Röntgenaufnahme Lunge nach Corona Covid-19 Science Photo Library/Dr. Marazzi

Diagnostik: Künstliche Intelligenz kann auch dumm sein

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Eine amerikanische Studie an Covid-19-Patient:innen zeigt, dass künstliche Intelligenz (KI) auch reihenweise falsche Diagnosen liefern kann. Ohne den Mensch geht es nicht

Für die Studie hatten Forscher:innen der Universität Washington verschiedene KI-Modelle untersucht, die die Covid-19-Lungenerkrankung anhand von Mustern auf Röntgenbildern erkennen korrekt sollte, die das Coronavirus Lunge hinterlässt. Es zeigte sich, dass sich die KI in vielen Fällen irrte. "Die KI-Systeme hatten einfach Rückschlüsse gezogen, anstatt die krankhaften Muster im Gewebe zu analysieren", erläuterte Studien-Mitautor Alex DeGrave im Fachmagazin "Nature Machine Intelligence".

Auch künstlicher Intelligenz unterlaufen Fehler

Das sei in etwa so, als würde man bei einer älteren Person annehmen, dass sie eine größere Wahrscheinlichkeit hat, an Covid-19 erkrankt zu sein, weil die Krankheit bei Älteren häufiger vorkommt. "Auf diese Weise entstehen Fehldiagnosen", so DeGrave.

Das Vorgehen bei der Diagnose der Covid-19-Lungenerkrankung zeigt, dass KI im Kern noch relativ dumm sein kann, denn KI-Programme lernen, in dem sie sehr häufige Kombinationen von Daten einander zuzuordnen – ohne jedoch deren Sinn zu verstehen. Mediziner:innen aus Fleisch und Blut, so das Fazit der von Mitautor Joseph Janizek, wird die KI daher wohl nicht so schnell ersetzen.

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