Datenkompetenz Gesundheitsdaten Plainpicture GmbH

Deutschland braucht mehr Datenkompetenz

2 Min. Lesezeit

Ärzt:innen werden zu Informationsbrokern, Patient:innen endlich wirklich mündig. Die Digitalisierung gräbt das Gesundheitssystem um und stellt manches auf den Kopf. Wo Gefahren lauern und was noch wichtig ist, beleuchtet ein Report

Die Digitalisierung werde das Miteinander von Ärzt:innen und Patient:innen wandeln. Das ist das Ergebnis des Technik-Radar 2021, einer Untersuchung der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), der Körber-Stiftung und des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (Zirius). So würden Ärzt:innen künftig nicht nur diagnostizieren und behandeln, sondern mithilfe künstlicher Intelligenz Gesundheitsdaten analysieren und ihren Patien:innen die Ergebnisse erläutern.

Verbesserte Gesundheitsversorgung durch Digitalisierung?

Diese würden dadurch informierter, souveräner und – das haben sich viele Ärzt:innen schon länger gewünscht – endlich mündiger werden. Schlussendlich sollen Diagnosen dadurch schneller, genauer und Therapien individueller und wirksamer werden. Die Digitalisierung des Gesundheitssystems, so der Technik-Radar, habe ein großes Potenzial, den Menschen ein gesünderes und sichereres Leben zu ermöglichen. Läuft prima, oder?

Nicht unbedingt, denn die Digitalisierung des Gesundheitssystems sei kein Selbstgänger. Natürlich könnten die datenanalysierenden Algorithmen der künstlichen Intelligenz die Ärzt:innen nur unterstützen und nicht ersetzen. Doch Gesundheitsdaten nur frei Schnauze zu interpretieren, werde nicht reichen.

Mehr Kompetenz im Umgang mit Daten

Algorithmen würden schließlich mit Daten "trainiert". Sind diese Daten verzerrt, könnten die Folgerungen daraus falsch sein. Das dürfte zwar längst der Fall sein, denn viele Studien in der Medizin werden nur mit  jungen, weißen, männlichen Teilnehmern durchgeführt. Nutzt ein Algorithmus die Daten dieser Gruppe, müssen die Ergebnisse entsprechend eingeordnet und kommentiert werden, um Geschlecht, Alter und Ethnie nicht zu vernachlässigen.

Von Ärzt:innen wie von Patienti:nnen werde daher Kompetenz im Umgang mit den generierten Daten erforderlich sein, um das neue datenbasierte Wissen bewerten und nutzen zu können. "Je größer diese Kompetenz ist, desto desto größer sind die Aussichten auf einen allgemeinen Zugewinn und mehr Selbstbestimmung", meint Cordula Kropp, wissenschaftliche Projektleiterin und Soziologin vom Zirius.

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Anmelden