Eine Ärztin spricht mit einer Patientin auf einem Laptop iStock/Filippo Bacci

Chronische Schmerzen: Optimale Versorgung durch digitale Sprechstunde

3 Min. Lesezeit

Videosprechstunden sind nicht nur zu Pandemiezeiten praktisch. Am Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg (ISZ) ist der virtuelle Arztbesuch für chronische Schmerzpatient:innen inzwischen fester Bestandteil des Behandlungsangebots

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Idee zur Videosprechstunde für Menschen mit chronischen Schmerzen entstanden. So war eine engmaschige Betreuung auch unter Pandemie-Bedingungen möglich. Mittlerweile gehört das digitale Gespräch mit den Ärzt:innen zum festen Konzept am Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg (ISZ).

Jede zweite Sprechstunde ist digital

Knapp die Hälfte aller Sprechstunden im Monat finden inzwischen per Bildschirm statt. "Die Videosprechstunde eignet sich sowohl für ein erstes Planungsgespräch für die Therapie als auch zur Nachsorge für Patient:innen, die bereits zur Schmerztherapie bei uns waren", sagt Dr. Kristin Kieselbach, Ärztliche Leiterin des ISZ.

Lange Anfahrts- und Wartezeiten fallen durch das digitale Gespräch weg. Zudem könnten sich die Ärt:innen auch mal zeigen lassen, wo es wehtut. "Und wir sehen die Mimik der Patient:innen ohne Maske. Das ist wichtig", erklärt die Schmerzexpertin. Mitunter sind auch die Angehörigen vor dem Bildschirm mit dabei, was im Klinikbetrieb derzeit nicht immer möglich ist.

Ein Team aus insgesamt acht Ärzt:innen führt die einstündigen Videosprechstunden durch. Neu-Patient:innen müssen sich zuvor über das Kontaktformular des ISZ zur Erstvorstellung anmelden. Sie bekommen dann einen Anamnese-Fragebogen, den sie ausgefüllt zusammen mit den bereits vorliegenden Befunden an das ISZ zurückschicken. Aufgrund dieser Informationen entscheidet das Behandlungsteam, ob eine Videosprechstunde möglich ist.

Bevor die erste virtuelle Sprechstunde dann tatsächlich stattfindet, werden die Patient:innen telefonisch zu Datenschutz aufgeklärt und können Fragen (z.B. zu technischen Voraussetzungen) stellen. Für den Termin selbst benötigen sie lediglich ein Smartphone, Tablet, Laptop oder PC mit Kamera und Internetzugang. Am vereinbarten Tag für die Videosprechstunde erhalten die Patient:innen eine SMS mit der Internetadresse des Videodienstanbieters, dem Einwahlcode für die Sprechstunde und der Bitte, sich etwa zehn Minuten vor dem Termin einzuloggen. Dadurch gelangt man in ein virtuelles Wartezimmer und wird vom Arzt/von der Ärztin in die virtuelle Sprechstunde "hereingebeten". Ist die Sprechstunde beendet, meldet man sich von der Internetseite wieder ab.

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