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Chip misst Augeninnendruck bei grünem Star

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Ein implantierter Chip, der automatisch den Augeninnendruck misst, könnte einer Studie zufolge die Behandlung beim grünem Star stark vereinfachen. Zudem feilen Expert:innen an besonders schonenden Operationstechniken, wie die Fachgesellschaft mitteilt

Beim grünen Star, in der Fachsprache Glaukom genannt, ist der Sehnerv geschädigt, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Ursache ist oft ein erhöhter Augeninnendruck. Betroffene sollten den Augeninnendruck deshalb regelmäßig messen lassen und müssen oft Augentropfen zur Senkung des Drucks nehmen.

Ein implantierbarer Chip könnte dies bald einfacher machen, berichtet die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich ihres Jahreskongresses.

Messung per Chip ohne Berührung möglich

In einer Studie mit 22 Personen wurde ein neuer Sensor zur Messung des Augeninnendrucks getestet. Dieser ist in einen Silikonring eingearbeitet und wird in das Auge implantiert. Der Chip bleibt dauerhaft im Auge und ermöglicht eine Messung ohne Berührung. Diese können Patient:innen selbst durchführen, ohne in die augenärztliche Praxis zu kommen.

Sie halten einfach ein Messgerät vor das Auge, das die Werte abruft, sie speichert und den Chip mit Strom versorgt. Die Werte können direkt auf digitalem Weg an die behandelnden Ärzt:innen übermittelt werden.

"Der Chip lässt sich gut implantieren, wird gut vertragen und generiert eine Fülle an Messdaten, die jenseits unserer Vorstellungskraft gewesen ist", sagt Studienleiter Prof. Hagen Thieme. "Die Studie zeigte auch, dass dieses intensive Augeninnendruckmonitoring in einigen Fällen zu einer Korrektur der medizinischen Tropfentherapie führte."

Der Chip sei eine Option für Patient:innen, die Schwierigkeiten mit den Messungen des Augeninnendrucks haben und sowohl ein Glaukom, als auch einen grauen Star, den sogenannten Katarakt haben. Stehen sie ohnehin vor einer Katarakt-OP, könne der Chip mit implantiert werden.

Neue und schonendere OP-Methoden

Wenn die Augentropfen nicht helfen, kommt auch eine Operation infrage. Dabei wird im Standard-Verfahren ein künstlicher Abfluss für überschüssiges Augenkammerwasser geschaffen.

war könne man mit dieser sogenannten Trabekulektomie den Augeninnendruck stark senken, erklärt Augenarzt Thieme. Es seien aber Komplikationen wie Blutungen, Sehverschlechterungen oder Vernarbungen möglich.

Die neuen Operationsmethoden sollen den Eingriff vereinfachen. Dabei werden mit Hilfe eines Mikroskops über einen kleinen Schnitt haardünne Röhrchen eingesetzt, die den Abfluss des Augenkammerwassers ermöglichen. Die Wissenschaft untersuche und bewerte diese neuen Verfahren derzeit weltweit, so Thieme. "Länge und Durchmesser der Röhrchen, aber auch der Implantationsort sind noch Gegenstand von Diskussionen."

In Deutschland sind etwa eine Million Menschen vom grünen Star betroffen.


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Forschung Therapie

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