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Berliner Start-up: Vorhersagen zur Ausbreitung des Coronavirus

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Die intelligente Analyse von Smartwatch- und Fitnesstrackerdaten soll auf Corona-Hotspots hinweisen

Je genauer die Ausmaße der Corona-Pandemie prognostiziert werden, desto effektiver die Bekämpfung. Das Berliner Start-up Thryve will künftig solche Vorhersagen machen. Ihre Werkzeuge sind Fitnesstracker wie zum Beispiel Smartwatches und die von ihnen für das Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelte Corona-Datenspende-App.

Die App sammelt permanent Daten wie Schrittzahl, Schlafdauer und Ruhepuls der Nutzer:innen von Fitnesstrackern aus ganz Deutschland. Ähnlich einer Fieberkurve lassen sich Hinweise auf eine Corona-Virus-Infektion ablesen. Fieber ist ein Hauptsymptom einer Corona-Virus-Infektion.

"Wenn der Ruhepuls höher als gewöhnlich ist, kann Fieber vermutet werden", sagte Dirk Brockmann, Epidemiologe und Leiter des Corona-Datenspende-Projekts am RKI gegenüber der Berliner Zeitung. "Die Fieberkurve verläuft ähnlich zur Kurve der aktuellen Corona-Fälle. Steige die Kurve an, könne man davon ausgehen, dass die Kurve der Corona-Fälle ein paar Tage später folgen wird, so Brockmann. "Unsere Kurve zeigt quasi die Entwicklung der Corona-Pandemie in Echtzeit."

Je mehr Menschen ihre Daten zur Verfügung stellen, desto genauer sind die  Vorhersagen. Allerdings müsse man die Fieberkurve und die Testergebnisse zusammen betrachten, so Brockmann. Eine täglich aktualisierte Fieberkurve für Deutschland stellt die tagesaktuellen Daten und den weiteren Trend dar.

Start der von Thryve entwickelten Corona-Datenspende-App Start war im April. "Schon nach unserem ersten Aufruf haben 300.000 Menschen teilgenommen", so Paul Burggraf von Thryve. Sein Team hat daraufhin die zweite Corona-Welle vorhergesagt. Zudem stimmt die Fieberkurve der Datenspende-App mit der Entwicklung der Corona-Fälle überein: Beide steigen derzeit.

Die Daten der Apps können auch in anderen Bereichen nützlich sein. So können zum Beispiel Patienten:innen mit Hilfe von Fitnesstrackern aus der Ferne betreut werden. Nach der anfänglichen Kritik des Chaos-Computer-Clubs, die App sei leicht angreifbar, sind nach Angabe von Thryve die technischen Schwachstellen nun beseitigt. Man könne keine weiteren datenschutzrechtlichen Bedenken einwenden, wird ein Mitarbeiter des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) zitiert.

Die Corona-Datenspende-App steht im App Store sowie im Google Play Store zum Download bereit.


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Apps Daten Corona Forschung

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