Patient wird künstlich beatmet iStock/herraez

Beatmungsgerät aus dem 3D-Drucker für Krisengebiete

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Beatmungsgeräte und Atemmasken aus dem 3D-Drucker sollen bei künftigen Corona-Notlagen Leben retten und Lieferengpässe vermeiden. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat vier Projekte ausgezeichnet

Die Fraunhofer-Gesellschaft und der Rückversicherer Munich Re zeichneten am Mittwoch in München die Gewinner eines ungewöhnlichen Wettbewerbs aus: Entwickelt werden sollten Beatmungsgeräte und -masken, die im Falle von Corona-Notlagen schnell und kostengünstig vor Ort hergestellt werden können. Das könnte Versorgungsengpässe vermeiden. Die Forschungsgesellschaft und das Unternehmen stellten für den "Give a Breath"-Wettbewerb insgesamt eine Million Euro Budget und Preisgeld zur Verfügung.

Gesucht waren einfache, "nicht invasive" Beatmungsgeräte. Nicht invasive Geräte benötigen für die Beatmung statt einem Schlauch in der Luftröhre nur eine Maske vor dem Gesicht. Zwei Projekte machten hier das Rennen:

Ein speziell auf die Bedürfnisse von Corona-Patienten angepasstes "SmartCPAP"-Gerät, das von mehreren Fraunhofer-Instituten gemeinsam entwickelt wurde. Es kann laut Jury mit Sauerstoff aus verschiedenen Quellen gespeist werden und arbeitet mit Überdruck. Zweiter Gewinner war das "Vivid Breath"-Team aus München, das in einer bayerisch-indischen Kooperation ein Beatmungsgerät mit nur 35 Bauteilen entwickelt hat, die im 3D-Druck hergestellt werden können.

Ein weiterer Teil des Wettbewerbs war die Entwicklung der zu den Geräten passenden Beatmungsmasken. Ausgezeichnet wurde eine Studenteninitiative mit ihrem Projekt "Soteria" (griechisch: Rettung). Die Masken können ebenfalls komplett im 3D-Druck hergestellt werden und passen sich laut Jury der Form des Gesichts an. Zudem wurde ein digitales Handbuch zu Wartung und Benutzung der Geräte und zum Umgang mit Covid-19-Patienten prämiert.

Die digitalen Blaupausen für Beatmungsgeräte, Masken und Handbuch sollen Regierungen und Partnern in aller Welt zur Verfügung gestellt werden. So sollen stark von Corona getroffene Regionen in dieser Hinsicht unabhängig von globalen Lieferketten werden. Getestet und begutachtet wurden die Masken und Geräte bislang von Fachleuten der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. In Südafrika soll ein Pilotversuch starten.


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Corona Therapie Start-up

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