Verschieden farbige Tabletten Shutterstock/okskaz

Arzneimittelreport 2020: Medikationsplan selten genutzt

2 Min. Lesezeit

Fehlende Medikationspläne erschweren die richtige Behandlung, zum Beispiel im Krankenhaus. Es wird nach neuen, digitalen Lösungen für eine bessere Umsetzung gesucht

Seit dem 1.10.2016 haben gesetzlich Versicherte mit mindestens drei verordneten Arzneimitteln Anspruch auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan. Auf diesem werden in standardisierter A4-Form vom medizinischen Fachpersonal alle wichtigen Angaben, wie Dosierung, Wirkstoff und Präparat in eine Tabelle eingetragen. Bei einer Krankenhauseinlieferung können die dort Behandelnden dann auf die Übersicht zurückgreifen – so zumindest die Theorie.

Die Krankenkasse Barmer zeigt sich nun nach Auswertung ihres Arzneimittelreports 2020 besorgt: Nur 29 Prozent der Patientinnen und Patienten in Deutschland, die mindestens fünf Arzneimittel gleichzeitig einnehmen müssen, haben bei der Aufnahme in ein Krankenhaus den bundeseinheitlichen Medikationsplan dabei. Und 17 Prozent besitzen die für das Krankenhauspersonal dringend nötige Auflistung der verschriebenen Medikamente gar nicht. Dabei geht die Zahl der sogenannten Polypharmaziepatientinnen und Patienten, die pro Jahr mindestens einen Krankenhausaufenthalt verzeichnen, in die Millionenhöhe.

Außerdem sind Patientinnen und –patienten, die sehr viele Medikamente nehmen, gesundheitlich besonders gefährdet. Umso wichtiger ist die genaue Information über alle eingenommenen Medikamente.

Wie man mehr Betroffene mit einem ausführlichen Medikationsplan ausstatten kann, überlegen daher nach dem Report die beteiligten Institutionen. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer in Sachsen-Anhalt sieht ein Problem im aktuellen Format des Medikationsplanes. Man müsse weg von den A4-Zetteln, hin zu einer elektronischen Übermittlung der Patientendaten zwischen ärztlichen Personal und Krankenhäusern. Die von der Bundesregierung ab 2021 geplante elektronische Patientenakte könnte auch hier eine Lösung bieten.

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