Blonde schwangere Frau mit Laptop in Sportbekleidung zu Hause Ivan Gener

App statt Hebamme: Lockdown steigert Akzeptanz digitaler Anwendungen

1 Min. Lesezeit

Dass der Lockdown persönliche Beratungen rund um die Schwanger- und Elternschaft durch Hebammen weitgehend verhindert, führt zum Erfolg neuer Apps

Über die Webseite des Start-ups Kinderheldin können sich werdende Eltern und Hebammen per Chat, Telefon und Video austauschen; dazu gibt es Livekurse und Videoangebote. "Seit dem ersten Lockdown haben sich unsere Nutzerzahlen verdoppelt", berichtete Gründer Paul Hadrossek. Kinderheldin hat Verträge mit Geburtskliniken abgeschlossen und arbeitet mit Krankenkassen, Arbeitgebern und Stadtverwaltungen zusammen.

Erfolgreich ist auch das Angebot des Berliner Start-ups Keleya. Die Nutzer:innenzahlen für Online-Geburtsvorbereitungskurse für Väter und Rückbildungskurse für Frauen hätten sich während des ersten Lockdowns vervierfacht, sagt die Gründerin Victoria Engelhardt. Das überrasche ihn nicht, denn die rund 25.000 Hebammen in Deutschland können keine rund 800.000 Schwangerschaften jährlich betreuen, meint Falk Tauscher vom Wagniskapitalgeber Brückenköpfe, der Anteile an Keleya hält.

Um die Plattform auszubauen, startete das Unternehmen gemeinsam mit dem Deutschen Hebammenverband e.V. (DHV) eine digitale Vermittlungsplattform für Geburtshelfer:innen – 2400 potentielle Helfer:innen haben sich bereits registriert.

Die Kooperation hilft, das Dilemma aufzulösen, dass analoge Beratungsangebote nicht ohne Weiteres digital übersetzt werden können. Durch die Kooperation mit Hebammen könne man Einnahmen über das Gesundheitssystem generieren. Zudem hätten werdende Eltern eine größere Akzeptanz gegenüber Ärzten und Hebammen, erläutert Eckhard Weber vom Investor Heal Capital sein Investment in Kinderheldin. Nur so könne sich eine digitale Anwendung langfristig am Markt etablieren, so Weber.


Schlagworte

Apps Start-up Corona

Newsletter Anmeldung

Jede Woche aktuelle News und Hintergründe direkt in Ihr Postfach

Anmelden