Angst vor Ärzten: Junge hält sich die Augen zu Stocksy/Alexey Kuzma

Angst vor Ärzt:innen: Online-Portal bietet kostenlose Hilfe

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Manche Menschen gehen gerne zu Ärzt:innen; andere nur wenn sie unbedingt müssen. Und es gibt Menschen die selbst bei unübersehbare Zeichen einer schweren Erkrankung nicht in eine Praxis wollen. Ein neues Onlineportal will diesen Menschen helfen

Sich für eine Untersuchung auszuziehen, Beschwerden im Intimbereich zu schildern oder über psychische Problemen zu sprechen, ist für Menschen mit Angst vor Ärzt:innen unvorstellbar. Auch, wenn dadurch ernste Konsequenzen für die Gesundheit drohen. Eine dänische Studie aus 2018 ergab, dass rund 70 Prozent der Menschen mit Darmkrebs auch dann nicht zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen, wenn Alarmsymptome wie Rektalblutungen auftreten.

Online-Portal gegen Ängste

"Viele Symptome sind den Betroffenen peinlich und unangenehm. Eine Online-Recherche kann die Ängste noch verschlimmern", sagt Matthias Wiesmeier, zuständig für Marketing und Technik bei Arztphobie.com.

Um ihnen die Ängste zu nehmen, will das Onlineportal Betroffene über Krankheitsbilder, Symptome und Therapien aufklären. Zum Beispiel, warum eine Vermeidungsstrategie bei psychischen Erkrankungen nichts bringt und wie die Hilfe von Ärztinnen ihre Situation verbessern kann. Dazu erfahren Betroffene, wo und wie sie Entspannungstechniken lernen können.

Datenbank zur Behandlung von Menschen mit Ärztephobie

In den nächsten Wochen wollen die nach eigenen Angaben ehrenamtlich tätigen Betreiber:innen der Website Ärzte:innen befragen, wie diese ihren Patient:innen die Angst vor Behandlungen nehmen. So soll eine umfangreiche Datenbank mit Spezialist:innen für die Behandlung von Menschen mit Angst vor Ärzte:innen entstehen.
Arztphobie.com ist laut eigener Angabe ein unabhängiges und ehrenamtlich betriebenes Portal; das Angebot ist kostenlos.


Schlagworte

Arztpraxis Psyche

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